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Zitate leicht gemacht: wissenschaftliche arbeiten zitieren erklärt

Zitate leicht gemacht: wissenschaftliche arbeiten zitieren erklärt

Wissenschaftliches Zitieren ist im Grunde ganz einfach: Es geht darum, fremde Ideen und Forschungsergebnisse klar als solche zu kennzeichnen. Das schützt Sie nicht nur vor dem gefürchteten Plagiatsvorwurf, sondern bildet das Fundament für die Glaubwürdigkeit und Nachvollziehbarkeit Ihrer gesamten Arbeit.

Warum das richtige zitieren über erfolg und misserfolg entscheidet

Jede wissenschaftliche Arbeit, egal in welchem Fach, baut auf dem Wissen anderer auf. Ob Sie eine bekannte Theorie sezieren oder eine etablierte Methode für Ihre eigene Forschung anwenden – Sie stehen immer auf den Schultern von Giganten. Das korrekte Zitieren ist dabei so viel mehr als eine lästige formale Pflicht.

Illustration einer Person auf einem Bücherstapel, die ein Dokument liest, mit Pfeilen, die den Prozess des wissenschaftlichen Zitierens darstellen.

Stellen Sie sich mal vor, Sie entwickeln eine brillante These, aber Ihre Argumente wirken völlig aus der Luft gegriffen. Ohne saubere Quellenangaben verliert selbst die stärkste Idee ihre Überzeugungskraft. Ihr Betreuer kann nicht nachvollziehen, woher Ihre Informationen stammen, und im schlimmsten Fall entsteht der Eindruck, Sie schmücken sich mit fremden Federn.

Was eine quellenangabe wirklich leistet

Die strategische Bedeutung von Zitaten wird oft unterschätzt. Es geht nicht nur darum, Plagiate zu vermeiden – Zitate sind ein mächtiges Werkzeug, um die eigene Position zu untermauern.

  • Sie schaffen Glaubwürdigkeit: Jeder Verweis auf eine anerkannte Studie oder einen Fachexperten gibt Ihren Aussagen sofort mehr Gewicht. Es zeigt, dass Ihre Arbeit auf einem soliden, nachprüfbaren Fundament steht.
  • Sie garantieren Nachvollziehbarkeit: Kollegen und Prüfer müssen die Möglichkeit haben, Ihre Quellen nachzuschlagen. So können sie Ihre Gedankengänge überprüfen und verstehen, wie Sie zu Ihren Schlussfolgerungen gekommen sind. Das ist ein Grundpfeiler guter wissenschaftlicher Praxis.
  • Sie machen Ihre Eigenleistung sichtbar: Erst durch die saubere Trennung zwischen bestehendem Wissen und Ihrem eigenen Beitrag wird deutlich, was Ihr persönlicher Anteil an der Forschung ist.

Gerade am Anfang des Studiums ist die Unsicherheit groß. Studien zeigen, dass sich rund 23 % der Studierenden unsicher sind, wie man korrekt zitiert. Das ist völlig normal, denn es fühlt sich anfangs wie eine Wissenschaft für sich an.

Betrachten Sie das Zitieren nicht als lästige Hürde, sondern als Chance. Jeder korrekt gesetzte Verweis ist ein stiller Beweis für Ihre Sorgfalt und Ihr Verständnis für die Spielregeln der Wissenschaft.

Ein präzises Zitat ist also kein Zeichen von Unselbstständigkeit, sondern ein Beleg für intellektuelle Redlichkeit. Wenn Sie eine Behauptung mit einer Studie von Müller (2023) untermauern, leihen Sie sich quasi dessen Autorität, um Ihr eigenes Argument zu stärken. Mit jeder richtig zitierten Quelle weben Sie ein starkes Netz aus Belegen, das Ihre Arbeit trägt und sie überzeugender macht.

Die gängigsten zitierstile im praxistest

Wer zum ersten Mal eine wissenschaftliche Arbeit schreibt, fühlt sich von der Welt der Zitierstile oft erschlagen. APA, Harvard, Chicago – die Liste scheint endlos. Aber keine Sorge: In der Praxis haben sich an den meisten Hochschulen nur wenige Systeme durchgesetzt. Meistens gibt Ihnen Ihr Fachbereich oder Betreuer ohnehin genau vor, welchen Zitierstil Sie verwenden müssen.

Die Wahl ist also selten eine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern eine klare Anforderung. Wir schauen uns hier die beiden großen Platzhirsche an, denen Sie im deutschsprachigen Raum am häufigsten begegnen werden: APA und die Harvard-Zitierweise. Beide basieren auf dem praktischen Autor-Jahr-System.

APA 7: Der präzise standard

Der APA-Stil ist quasi der Goldstandard, vor allem in den Sozial-, Wirtschafts- und Naturwissenschaften. Er wird von der American Psychological Association herausgegeben, und seine größte Stärke ist das unglaublich detaillierte Regelwerk. Hier ist wirklich alles haargenau festgelegt – von der Position eines Kommas bis zur Frage, ob ein Zeitschriftentitel kursiv geschrieben wird oder nicht.

Diese Genauigkeit mag pingelig wirken, aber sie sorgt für eine enorme Konsistenz und macht Quellen für andere Forschende extrem leicht nachvollziehbar. Genau das ist in der Wissenschaft entscheidend.

Ein kurzer Blick auf ein typisches Beispiel im APA-Format macht die klare Struktur deutlich:

Man erkennt sofort das Schema: Autor, Jahr, Titel und Quelle folgen einer festen Reihenfolge. Das hilft Lesern dabei, die wichtigsten Informationen blitzschnell zu erfassen.

Harvard: Die flexible alternative

Auf den ersten Blick sieht die Harvard-Zitierweise dem APA-Stil zum Verwechseln ähnlich. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch im Detail: Für Harvard gibt es kein zentrales, offizielles Regelwerk wie den APA-Guide. Stattdessen haben viele Universitäten und Verlage über die Jahre ihre eigenen Varianten entwickelt.

Das verschafft Ihnen zwar etwas mehr Flexibilität, kann aber auch schnell zu Verwirrung führen.

Der Schlüssel zum Erfolg bei Harvard ist absolute Konsistenz. Egal, für welche Variante Sie sich entscheiden (oder welche Ihnen vorgegeben wird) – Sie müssen sie von der ersten bis zur letzten Seite Ihrer Arbeit konsequent beibehalten.

Die Praxis zeigt allerdings, dass selbst mit den klarsten Regeln Fehler passieren. Eine Analyse der Uni Trier aus dem Jahr 2023 offenbarte, dass in 55 % von 5.000 untersuchten Bachelorarbeiten fehlerhafte Zitationen gefunden wurden. Interessanterweise waren sowohl der APA- als auch der Harvard-Stil mit jeweils 40 % die am häufigsten genutzten Systeme. Das unterstreicht nicht nur ihre Relevanz, sondern auch die Tücken, die sie bergen. Wenn Sie sich speziell für die Harvard-Methode wappnen möchten, finden Sie wertvolle Tipps in unserem Leitfaden zum Meistern der Harvard-Zitierweise.

Gegenüberstellung der zitierstile APA 7 und Harvard

Um die Unterschiede greifbarer zu machen, haben wir die beiden Stile direkt gegenübergestellt. Die folgende Tabelle zeigt, wie die Zitation für gängige Quellentypen im Text und im Literaturverzeichnis aussieht.

Quellentyp Verweis im Text (APA 7) Verweis im Text (Harvard) Eintrag im Literaturverzeichnis (APA 7) Eintrag im Literaturverzeichnis (Harvard)
Buch (Müller, 2023, S. 15) (vgl. Müller 2023: 15) Müller, T. (2023). Titel des Buches. Verlag. Müller, Thomas (2023): Titel des Buches, Ort: Verlag.
Zeitschriftenartikel (Schmidt & Weber, 2022) (Schmidt/Weber 2022) Schmidt, A., & Weber, L. (2022). Titel des Artikels. Name der Zeitschrift, Jahrgang(Ausgabe), Seiten. Schmidt, Anna/Weber, Laura (2022): Titel des Artikels, in: Name der Zeitschrift, Jg. X, Nr. Y, S. Z–ZZ.
Internetquelle (Bundesamt für Statistik, 2024) (Bundesamt für Statistik 2024) Bundesamt für Statistik. (2024). Titel der Webseite. Abgerufen am TT.MM.JJJJ, von URL Bundesamt für Statistik (2024): Titel der Webseite, [online] URL [abgerufen am TT.MM.JJJJ].

Man sieht gut, dass die Unterschiede im Fließtext oft minimal sind – mal ein Komma, mal ein Schrägstrich. Im Literaturverzeichnis werden die Abweichungen dann deutlicher, etwa bei der Verwendung von Kursivschrift, der Angabe von Vornamen oder der Kennzeichnung von Online-Quellen. Am Ende zählt nur eins: Halten Sie sich penibel an die spezifischen Vorgaben Ihres Instituts und ziehen Sie diese einheitlich durch.

Wie sie statistiken und datenbanken wasserdicht belegen

Daten und Statistiken können das Fundament einer starken Argumentation sein, aber hier lauert eine häufige Fallgrube. Man findet schnell eine passende Grafik auf Portalen wie Statista oder in den Datenbanken des Statistischen Bundesamtes. Doch Vorsicht: Diese Plattform einfach als Quelle anzugeben, ist einer der häufigsten und fatalsten Fehler in wissenschaftlichen Arbeiten.

Ein solches Vorgehen untergräbt Ihre Glaubwürdigkeit sofort. Warum? Weil diese Portale in den allermeisten Fällen nur Sekundärquellen sind. Sie fassen Daten zusammen oder bereiten sie grafisch auf, die sie selbst aus Originalstudien, Umfragen oder amtlichen Erhebungen entnommen haben. Eine goldene Regel des wissenschaftlichen Arbeitens lautet jedoch: Gehen Sie immer zur Primärquelle zurück, wann immer es irgendwie möglich ist.

Der entscheidende unterschied: primär vs. sekundär

Was genau bedeutet das? Die Primärquelle ist der Ursprung der Daten – also die eigentliche Studie, die amtliche Veröffentlichung oder der rohe Datensatz. Eine Sekundärquelle, wie Statista, berichtet lediglich über diese Daten. Der direkte Weg zur Originalquelle ist unerlässlich. Nur so können Sie den Kontext der Datenerhebung wirklich verstehen und sicherstellen, dass die Zahlen nicht aus dem Zusammenhang gerissen oder verkürzt dargestellt werden.

Wenn Sie tiefer in dieses Thema einsteigen möchten, finden Sie hier eine klare Erklärung zum Unterschied zwischen Primär- und Sekundärquellen.

Gerade in den Geistes- und Sozialwissenschaften, wo das Statistische Bundesamt (Destatis) eine zentrale Primärquelle darstellt, ist diese Sorgfalt entscheidend. Eine Untersuchung der Recherchepraxis zeigt Erschreckendes: 45 % der zitierten Statistiken aus dem Zeitraum 2010 bis 2020 wurden indirekt über Aggregatoren referenziert, statt die Daten direkt von Destatis zu beziehen.

Ein praktisches beispiel: die quelle hinter der quelle aufspüren

Stellen Sie sich vor, Sie haben bei Statista die perfekte Grafik zur Smartphone-Nutzung in Deutschland für Ihre Arbeit gefunden. Ihre Aufgabe ist damit aber noch nicht erledigt – sie fängt gerade erst an.

  • Quellenangabe prüfen: Statista ist zum Glück recht transparent. Direkt unter der Grafik finden Sie fast immer einen Hinweis wie „Quelle: Bitkom Research“. Das ist Ihr entscheidender Anhaltspunkt.
  • Primärquelle suchen: Jetzt beginnt die Detektivarbeit. Suchen Sie nach der ursprünglichen Studie von Bitkom Research. Eine schnelle Online-Suche führt Sie oft direkt zum Original-PDF des Berichts oder zur entsprechenden Webseite des Herausgebers.
  • Original zitieren: In Ihrer Arbeit zitieren Sie jetzt die Bitkom-Studie. Statista taucht in Ihrem Literaturverzeichnis gar nicht erst auf.

Nur in dem sehr seltenen Fall, dass die Originalquelle nachweislich nicht mehr auffindbar ist (z. B. weil sie offline genommen wurde), dürfen Sie ausnahmsweise Statista als Sekundärquelle zitieren. Das muss aber im Text und in der Fußnote klar als solche gekennzeichnet werden, meist mit dem Zusatz „zitiert nach“.

Die folgende Infografik zeigt, wie die Wahl des richtigen Zitierstils – ob APA, Harvard oder ein anderer – Ihnen hilft, solche Quellen formal korrekt und nachvollziehbar in Ihrer Arbeit zu verankern.

Diagramm zeigt den Prozess der Auswahl eines Zitierstils. Optionen umfassen APA und Harvard als Beispiele.

Die richtige Formatierung ist am Ende das, was Ihre saubere Recherchearbeit für andere nachvollziehbar und wissenschaftlich unangreifbar macht.

So zitieren sie datensätze und online-quellen korrekt

Wenn Sie direkt auf einen Datensatz zugreifen, zum Beispiel vom Statistischen Bundesamt, gelten dafür besondere Zitierregeln. Das genaue Format variiert je nach Zitierstil, aber bestimmte Kerninformationen sind praktisch immer Pflicht.

Diese angaben gehören in jedes zitat eines datensatzes:

  • Autor oder Herausgeber: Wer hat die Daten erhoben? (z. B. Statistisches Bundesamt)
  • Veröffentlichungsjahr: Wann wurde der Datensatz publiziert?
  • Titel des Datensatzes: So genau wie möglich, inklusive einer eventuellen Versionsnummer.
  • Herausgeber oder Archiv: Wo sind die Daten hinterlegt oder archiviert?
  • DOI oder URL: Ein permanenter Link, damit andere die Quelle finden können.

Profi-Tipp: Bei Online-Quellen, deren Inhalte sich theoretisch ändern könnten, ist das Abrufdatum absolut unverzichtbar. Es dokumentiert den genauen Zeitpunkt, an dem Sie auf die Daten zugegriffen haben, und sichert Ihre Arbeit gegen spätere Änderungen an der Quelle ab.

Wer sich für die technischen Hintergründe interessiert, kann sich damit beschäftigen, wie man SQL-Datenbanken erstellen kann. Dieses Wissen hilft, die Logik hinter strukturierten Datensätzen besser zu verstehen. Am Ende mag diese Sorgfalt bei der Quellenarbeit aufwendig erscheinen, aber sie ist das Fundament, das Ihre gesamte Argumentation stützt und glaubwürdig macht.


Die folgende Tabelle fasst den Prozess für das Zitieren von Statistiken noch einmal zusammen und zeigt, wo die häufigsten Fehler lauern.

Anleitung zur korrekten zitation von statistiken

Schritt Aktion Häufiger Fehler Korrekte Vorgehensweise
1. Fund Sie finden eine relevante Statistik auf einem Portal wie Statista. Die Recherche wird an dieser Stelle beendet. Die auf dem Portal genannte Originalquelle wird notiert und als Ausgangspunkt für die weitere Suche genutzt.
2. Recherche Sie suchen nach der Originalstudie oder dem Originaldatensatz. Es wird nur oberflächlich gesucht; bei Nichterfolg wird aufgegeben. Nutzen Sie Suchmaschinen mit dem Namen der Studie/des Autors, durchsuchen Sie die Website des Herausgebers.
3. Überprüfung Sie vergleichen die Daten von Statista mit denen in der Primärquelle. Die Daten werden blind übernommen, ohne den Kontext zu prüfen. Sie stellen sicher, dass die Daten korrekt und nicht verkürzt dargestellt sind und der Kontext verstanden wird.
4. Zitation Sie fügen die Quelle in Ihre Arbeit ein. Statista wird als Quelle im Literaturverzeichnis angegeben. Die Primärquelle (z. B. die Studie, der Datensatz von Destatis) wird nach den Regeln Ihres Zitierstils korrekt zitiert.

Diese Vorgehensweise ist zwar ein kleiner Umweg, aber er ist entscheidend für die Qualität und Integrität Ihrer wissenschaftlichen Arbeit. So stellen Sie sicher, dass Ihre Belege nicht nur überzeugend, sondern auch absolut wasserdicht sind.

Die häufigsten Zitierfehler – und wie Sie sie sicher vermeiden

Niemand gibt eine Arbeit ab und hofft auf Fehler. Trotzdem passiert es immer wieder. Gerade beim Zitieren schleichen sich Fallstricke ein, die mehr als nur Punktabzug bedeuten können. Es geht hier nicht um ein verrutschtes Komma, sondern um grundlegende Schnitzer, die Ihre wissenschaftliche Sorgfalt infrage stellen.

Einer der gefährlichsten Fehler ist das unsaubere Paraphrasieren. Man glaubt, es reicht, nur ein paar Wörter im Originalsatz auszutauschen. Das ist aber ein Trugschluss, der gefährlich nah an ein Plagiat heranrückt. Richtiges Paraphrasieren heißt, die Kernaussage einer Quelle wirklich zu durchdringen und sie dann in komplett eigener Satzstruktur und mit eigenen Worten neu zu formulieren.

Kritische Details, die oft übersehen werden

Ein Klassiker, der jede Argumentation sofort entwertet, sind fehlende Seitenangaben bei direkten Zitaten. Ein wörtlich übernommener Satz ohne genaue Seitenangabe ist praktisch wertlos, denn so kann niemand Ihre Quelle überprüfen.

Genauso problematisch sind Lücken zwischen dem Text und dem Literaturverzeichnis. Jeder einzelne Kurzbeleg im Fließtext braucht sein exaktes Gegenstück im Verzeichnis am Ende – und umgekehrt. Fehlt ein Eintrag oder ist er fehlerhaft, reißt das ein Loch in Ihre gesamte Beweisführung.

Werfen wir einen Blick auf die typischen Fehlerquellen:

  • Sekundärzitate falsch behandeln: Sie lesen bei Autor A von einer spannenden Studie von Autor B. Der typische Fehler ist, einfach Autor B zu zitieren, obwohl Sie dessen Werk nie selbst in der Hand hatten. Korrekt ist es, Autor A als Quelle anzugeben und dies mit dem Zusatz „zitiert nach“ klar zu kennzeichnen.
  • Online-Quellen unvollständig angeben: Eine simple URL reicht schon lange nicht mehr. Webinhalte können sich ändern oder verschwinden. Deshalb sind der DOI (Digital Object Identifier), falls vorhanden, und das Abrufdatum absolut entscheidend. Ohne diese Angaben ist die Quelle nicht dauerhaft nachvollziehbar.
  • Formale Inkonsistenz: Sie beginnen vielleicht mit dem Harvard-Stil, rutschen dann aber bei der Zeichensetzung im Literaturverzeichnis unbewusst in die APA-Regeln. Ein einmal gewählter Zitierstil muss aber von der ersten bis zur letzten Seite pedantisch durchgehalten werden.

Viele sehen das Literaturverzeichnis als reine Formsache. Das ist ein Irrtum. Es ist die Visitenkarte Ihrer Recherche. Fehler fallen hier sofort auf und werfen ein schlechtes Licht auf die gesamte Arbeit.

Vorher-Nachher-Beispiele aus der Praxis

Um das Ganze greifbarer zu machen, hier ein typischer Fehler bei einer Online-Quelle und die saubere, korrekte Version.

Fehlerhaft: Müller, T. (2023). Digitalisierung im Wandel. Online verfügbar unter: beispiel-link.de/artikel

Korrekt (nach APA 7): Müller, T. (2023). Digitalisierung im Wandel. Abgerufen am 15. Oktober 2025, von https://beispiel-link.de/artikel

Der Unterschied wirkt klein, ist aber entscheidend. Das Abrufdatum sichert Ihre Zitation gegen spätere Änderungen oder das Verschwinden der Webseite ab.

Entwickeln Sie am besten ein Auge für diese Details. Gehen Sie vor der Abgabe systematisch jeden einzelnen Verweis in Ihrem Text durch und gleichen Sie ihn penibel mit dem Literaturverzeichnis ab. Diese sorgfältige Endkontrolle ist oft der kleine, aber feine Unterschied, der eine gute von einer exzellenten Arbeit trennt und Ihnen hilft, Ihre Ergebnisse souverän zu verteidigen.

Smarte Werkzeuge, die Ihnen die Zitationsarbeit abnehmen

Hand aufs Herz: Quellen manuell zu verwalten, ist nicht nur mühsam, sondern auch eine der häufigsten Fehlerquellen beim wissenschaftlichen Schreiben. Ein kleiner Vertipper im Literaturverzeichnis oder eine vergessene Quelle – schon leidet die Glaubwürdigkeit Ihrer gesamten Arbeit. Aber keine Sorge, hier kommt die gute Nachricht: Moderne Technologie nimmt Ihnen diese Kleinarbeit ab und sorgt für professionelle Ergebnisse.

Flussdiagramm zur Migration von Literaturverweisen zwischen Zotero, Citavi und Mendeley.

Solche Tools, wie hier am Beispiel von Zotero, sind wie ein digitales Gehirn für Ihre Recherche. Man sieht sofort, wie übersichtlich alles ist: Quellen werden gesammelt, in Ordner sortiert und mit Notizen versehen. Das allein macht den Schreibprozess schon um Längen einfacher.

Die besten Literaturverwaltungsprogramme im Überblick

Spezialisierte Programme wie Zotero, Citavi oder Mendeley sind aus dem wissenschaftlichen Alltag kaum noch wegzudenken. Sie sind Ihr persönliches, digitales Archiv. Mit nur einem Klick importieren Sie Quellenangaben direkt aus Datenbanken oder von Webseiten in Ihre Sammlung.

Der wahre Mehrwert liegt aber in diesen drei Punkten:

  • Perfekte Organisation: Sie können Ihre Quellen thematisch sortieren und mit Schlagwörtern versehen. So behalten Sie selbst bei hunderten von Referenzen immer den vollen Überblick.
  • Nahtlose Integration: Dank Plug-ins für Word und andere Schreibprogramme fügen Sie Zitate direkt beim Schreiben in den Text ein – ohne Copy-and-Paste-Chaos.
  • Vollständige Automatisierung: Das Beste kommt zum Schluss: Die Software erstellt auf Knopfdruck ein perfekt formatiertes Literaturverzeichnis, das exakt dem von Ihnen gewählten Zitierstil (z. B. APA 7 oder Harvard) entspricht.

Wenn Sie diesen Prozess einmal für sich etabliert haben, sparen Sie sich unzählige Stunden und eine Menge Nerven. In unserem Leitfaden zeigen wir Ihnen, wie Sie ein Literaturverzeichnis automatisch erstellen wie ein Profi.

Der größte Vorteil dieser Werkzeuge ist die absolute Konsistenz. Einmal richtig eingerichtet, stellen sie sicher, dass jeder Verweis im Text und jeder Eintrag im Verzeichnis formal korrekt und einheitlich ist – ein Qualitätsmerkmal, das jeder Betreuer sofort erkennt und zu schätzen weiß.

Die Grenzen von Online-Generatoren und Word-Funktionen

Für eine einzelne Zitation zwischendurch mögen Online-Zitiergeneratoren oder die eingebaute Funktion in Microsoft Word ganz praktisch erscheinen. Aber seien Sie gewarnt: Diese einfachen Helfer sind oft fehleranfällig und nicht besonders flexibel.

Sie haben oft Probleme damit, komplexe Quellentypen korrekt zu erkennen, und stoßen bei spezifischen Anforderungen Ihres Instituts schnell an ihre Grenzen. Langfristig ist die Zeit, die Sie in die Einarbeitung in ein echtes Literaturverwaltungsprogramm investieren, Gold wert. So können Sie sicher sein, dass Sie professionell und fehlerfrei wissenschaftliche Arbeiten zitieren.

Häufige Fragen aus der Zitat-Praxis

In der Theorie klingt alles logisch, doch im Uni-Alltag stößt man schnell auf knifflige Fälle. Was, wenn eine wichtige Angabe fehlt? Darf man aus Vorlesungen zitieren? Hier finden Sie schnelle, praxiserprobte Antworten auf die häufigsten Stolpersteine beim wissenschaftlichen Arbeiten und Zitieren.

Was mache ich, wenn Autor oder Datum fehlen?

Ein Klassiker: Man findet eine perfekte Online-Quelle, aber es fehlen entscheidende Angaben wie der Autor oder das Datum der Veröffentlichung. Keine Sorge, dafür gibt es bewährte Lösungen, die jeder Prüfer kennt.

  • Kein Autor: Ist wirklich kein Verfasser zu ermitteln, rückt einfach der Titel der Publikation an die erste Stelle. Im Literaturverzeichnis sortieren Sie den Eintrag dann alphabetisch nach diesem Titel. Ein kleiner Tipp: Bei Webseiten von Organisationen, Unternehmen oder Behörden gilt oft die Institution selbst als Autor (z. B. Statistisches Bundesamt).
  • Kein Datum: Wenn absolut kein Datum zu finden ist, verwenden Sie die Abkürzung „o. D.“ für „ohne Datum“. Das zeigt, dass Sie sorgfältig gearbeitet und die Angabe nicht einfach übersehen haben, sondern dass sie tatsächlich fehlt.

Diese Vorgehensweise sorgt für die nötige Transparenz und zeigt, dass Sie sich mit den Quellenkritik-Standards auskennen.

Wie zitiere ich eine Vorlesungsfolie richtig?

Hier ist ein wenig Vorsicht geboten. Grundsätzlich gelten Vorlesungsfolien nicht als zitierfähige Quellen. Warum? Weil sie in der Regel nicht öffentlich zugänglich sind und oft nur die Inhalte aus bestehender Fachliteratur zusammenfassen. Der saubere Weg ist immer, die Originalquelle zu finden, die Ihr Dozent verwendet hat.

Suchen Sie also nach der Literatur, die auf den Folien genannt wird. Nur in ganz seltenen Ausnahmefällen, etwa wenn es um brandneue, noch unveröffentlichte Forschungsergebnisse Ihres Professors geht, sollten Sie das Gespräch suchen. Fragen Sie dann direkt, ob Sie die Inhalte ausnahmsweise als „persönliche Kommunikation“ zitieren dürfen.

Muss ich eine Quelle nach jedem Satz wiederholen?

Auf keinen Fall! Das würde den Lesefluss komplett zerstören und den Text ungenießbar machen. Wenn Sie einen ganzen Absatz lang die Argumente oder Informationen aus ein und derselben Quelle paraphrasieren, setzen Sie den Beleg einfach am Ende des Absatzes.

Dieser Sammelbeleg signalisiert ganz klar: Alle Gedanken in diesem Abschnitt stammen aus der genannten Quelle. Erst wenn Sie eine neue Quelle heranziehen oder zu Ihren eigenen Schlussfolgerungen überleiten, setzen Sie einen neuen Verweis.

Diese Technik macht Ihren Text nicht nur lesbarer, sondern auch eleganter, ohne die wissenschaftliche Genauigkeit zu opfern.

Ist es in Ordnung, aus Wikipedia zu zitieren?

Die kurze und ehrliche Antwort lautet: Nein. Wikipedia ist ein fantastischer Startpunkt, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, aber als wissenschaftliche Quelle in einer Haus- oder Abschlussarbeit ist sie tabu. Die Artikel können sich jederzeit ändern und werden oft von anonymen Autoren ohne ausgewiesene Expertise verfasst.

Nutzen Sie Wikipedia aber strategisch: Scrollen Sie in einem relevanten Artikel ganz nach unten zum Abschnitt „Einzelnachweise“ oder „Literatur“. Das ist die eigentliche Goldgrube. Dort finden Sie die wissenschaftlichen Studien, Fachartikel und Monografien, auf denen der Beitrag basiert – und das sind die Quellen, die Sie zitieren sollten.


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