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systematische literaturrecherche bachelorarbeit: Schnell zum Ziel

systematische literaturrecherche bachelorarbeit: Schnell zum Ziel

Eine systematische Literaturrecherche ist das Rückgrat Ihrer Bachelorarbeit. Sie ist der entscheidende Faktor, der eine gute Arbeit von einer wirklich herausragenden unterscheidet. Hier geht es nicht darum, irgendwie Quellen zu finden, sondern darum, einem klaren und nachvollziehbaren Prozess zu folgen. Das stärkt nicht nur Ihre Argumentation ungemein, sondern spart Ihnen am Ende auch unglaublich viel Zeit und Nerven.

Warum eine systematische Recherche Ihre Bachelorarbeit rettet

Viele Studierende starten mit einer vagen Google-Suche in ihre Bachelorarbeit und hoffen, dabei zufällig auf Gold zu stoßen. Dieser Weg führt aber meistens direkt in die Frustration. Man verliert sich im Informationschaos, übersieht wichtige Studien und baut die eigene Argumentation auf einem wackeligen Fundament.

Eine systematische Literaturrecherche für die Bachelorarbeit ist das genaue Gegenteil. Sie ist kein blindes Sammeln von irgendwelchen Quellen, sondern ein methodischer und strategischer Prozess, der Ihre gesamte Arbeit auf ein höheres wissenschaftliches Level hebt.

Der Sprung von gut zu exzellent

Der eigentliche Unterschied liegt in zwei Dingen: Nachvollziehbarkeit und Vollständigkeit. Wenn Sie strukturiert vorgehen, können Sie Ihrem Betreuer und den Prüfern ganz genau zeigen, wie Sie zu Ihren Quellen gekommen sind. Das schützt Sie vor dem Vorwurf, willkürlich irgendwas zusammengesucht zu haben, und beweist Ihre wissenschaftliche Gründlichkeit. Ihre Argumente stehen dann auf einem felsenfesten Fundament statt auf zufälligen Treffern.

Diese Herangehensweise ist weit mehr als nur eine formale Pflichtübung – sie wirkt sich direkt auf die Qualität Ihrer Ergebnisse aus.

Eine systematische Recherche stellt sicher, dass Sie den aktuellen Forschungsstand nicht nur oberflächlich ankratzen, sondern ihn wirklich tief durchdringen und kritisch einordnen. Genau das ist der Kern von wissenschaftlichem Arbeiten.

Dass sich dieser Aufwand lohnt, ist sogar belegt. Analysen von Abschlussarbeiten, wie sie etwa die HAW Hamburg durchführt, zeigen immer wieder: Ein strukturiertes Vorgehen bei der Recherche kann die Qualität der Arbeit um etwa 30 bis 40 % verbessern. Gleichzeitig verkürzt es die Bearbeitungszeit um durchschnittlich 15 bis 20 %, weil die typischen Panik-Nachrecherchen kurz vor der Abgabe einfach wegfallen.

Mehr als nur eine lästige Pflicht

Sehen Sie die systematische Recherche also nicht als lästige Hürde, sondern als Ihr mächtigstes Werkzeug. Sie zwingt Sie von Anfang an, einen klaren roten Faden zu entwickeln. Schon in dieser frühen Phase schärfen Sie Ihr Verständnis für das Thema, entdecken spannende Forschungslücken und legen den Grundstein für eine Gliederung, die wirklich überzeugt. Das hängt natürlich eng mit der allerersten Entscheidung zusammen. In unserem Leitfaden erfahren Sie mehr darüber, wie Sie das perfekte Bachelorarbeit-Thema finden.

Kurz gesagt, ein systematischer Ansatz verschafft Ihnen entscheidende Vorteile:

  • Vollständigkeit: Sie minimieren das Risiko, zentrale Studien zu übersehen.
  • Effizienz: Sie verschwenden keine Zeit mit Quellen, die Sie nicht weiterbringen.
  • Glaubwürdigkeit: Ihre Argumente basieren auf einer breiten und repräsentativen Literaturbasis.
  • Transparenz: Ihr Vorgehen ist sauber dokumentiert und für andere nachvollziehbar.

Am Ende ist es genau diese Methode, die eine solide Arbeit von einer exzellenten unterscheidet und Ihnen die Sicherheit gibt, ein wirklich fundiertes Werk abzuliefern.

Ihre Recherchestrategie von Grund auf entwickeln

Eine gute Literaturrecherche startet nicht mit wildem Drauflosgoogeln, sondern mit einem klaren Plan am Schreibtisch. Bevor Sie auch nur eine einzige Datenbank öffnen, müssen Sie Ihre Forschungsfrage genau unter die Lupe nehmen und deren Kernkonzepte herausarbeiten.

Dieser Schritt ist oft der entscheidende. Er verwandelt eine anfänglich vielleicht noch schwammige Idee in eine scharfe, umsetzbare Suchstrategie. Das Ziel ist ganz einfach: von Anfang an gezielt suchen, anstatt sich von einer Lawine an irrelevanten Treffern begraben zu lassen.

Die folgende Infografik bringt den Unterschied zwischen einem planlosen Vorgehen und einer systematischen Strategie auf den Punkt.

Infographic about systematische literaturrecherche bachelorarbeit

Man sieht deutlich: Nur ein durchdachter, methodischer Ansatz führt am Ende zu einem Ergebnis, das wissenschaftlichen Ansprüchen genügt und Ihre Arbeit wirklich voranbringt.

Von der Forschungsfrage zu griffigen Suchbegriffen

Am Anfang steht immer das Zerlegen Ihrer Forschungsfrage in ihre zentralen Bausteine. Bleiben wir bei einem praxisnahen Beispiel aus den Wirtschaftswissenschaften: „Wie wirkt sich die Einführung von flexiblen Arbeitsmodellen auf die Mitarbeiterbindung in deutschen KMU aus?“

Hier lassen sich ganz klar drei Kernkonzepte identifizieren:

  • Konzept 1: Flexible Arbeitsmodelle
  • Konzept 2: Mitarbeiterbindung
  • Konzept 3: Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)

Jedes dieser Konzepte wird jetzt zur Basis für eine eigene Keyword-Liste. Dieser Schritt ist das Herzstück einer umfassenden systematischen Literaturrecherche in Ihrer Bachelorarbeit, denn er sorgt dafür, dass Sie keinen wichtigen Aspekt übersehen.

Nehmen wir uns das Konzept „Flexible Arbeitsmodelle“ vor. Hier können Sie einfach mal brainstormen oder eine kleine Mindmap anlegen. Sammeln Sie alles, was Ihnen dazu einfällt: Synonyme, verwandte Begriffe, spezifische Ausprägungen und vor allem auch die englischen Pendants – ein Großteil der relevanten Forschung wird nun mal auf Englisch publiziert.

Ihre Liste könnte am Ende etwa so aussehen:

  • Synonyme: Flexible Arbeit, New Work, hybrides Arbeiten
  • Spezifische Modelle: Homeoffice, Telearbeit, Vertrauensarbeitszeit, 4-Tage-Woche
  • Englische Begriffe: flexible work, remote work, hybrid work model

Diesen Prozess wiederholen Sie nun für alle Ihre Kernkonzepte. Ein kleiner Profi-Tipp: Fachwörterbücher oder ein Thesaurus, den viele Unibibliotheken online anbieten, sind hier Gold wert. Sie helfen dabei, den eigenen Suchwortschatz systematisch zu erweitern und auf Begriffe zu stoßen, an die Sie im ersten Moment vielleicht gar nicht gedacht hätten.

Ein- und Ausschlusskriterien: Die Spreu vom Weizen trennen

Sobald Ihre Suchbegriffe stehen, brauchen Sie klare Spielregeln, um die Suche von vornherein sinnvoll einzugrenzen. Diese Ein- und Ausschlusskriterien sind wie ein feinmaschiger Filter, der nur die wirklich relevanten Studien durchlässt. Ohne diese Kriterien würden Sie in einer Flut an Informationen ertrinken.

Für eine Bachelorarbeit haben sich Kriterien wie diese bewährt:

  • Publikationszeitraum: Meist sind nur Quellen aus den letzten 5–10 Jahren wirklich relevant, um den aktuellen Forschungsstand abzubilden.
  • Sprache: Beschränken Sie sich zum Beispiel auf deutsche und englische Publikationen.
  • Publikationstyp: Suchen Sie gezielt nach Peer-Review-Artikeln in Fachzeitschriften und schließen Sie Graue Literatur wie Blogartikel oder ungesicherte Webseiten aus.
  • Methodik: Wenn Sie sich beispielsweise auf quantitative Studien konzentrieren wollen, können Sie rein qualitative Untersuchungen von vornherein ausschließen.
  • Geografischer Fokus: Wie in unserem Beispiel könnten Sie die Suche auf den deutschen oder europäischen Raum beschränken.

Die saubere Definition und konsequente Anwendung dieser Kriterien ist ein klares Zeichen für wissenschaftliche Gründlichkeit. Sie machen Ihre Entscheidungen transparent und nachvollziehbar – ein absolutes Muss für jede gute Bachelorarbeit.

Diese Dokumentation ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Eine Analyse von Abschlussarbeiten zeigt, dass der Anteil der Studierenden, die ihre Kriterien explizit festhalten, von rund 20 % im Jahr 2012 auf heute beachtliche 62 % gestiegen ist. Mehr zur Struktur einer professionellen Literaturrecherche finden Sie auch auf scribbr.de.

Am Ende dieses Planungsschritts halten Sie eine robuste und durchdachte Recherchestrategie in den Händen. Sie haben eine umfassende Keyword-Liste und glasklare Filter, mit denen Sie nun bestens vorbereitet in die Suche starten können. Glauben Sie mir, diese Vorarbeit entscheidet maßgeblich über die Effizienz und Qualität Ihrer gesamten Literaturrecherche.

Smarte Suchtechniken, die wirklich funktionieren

Der Plan steht, die Keywords sind parat – jetzt geht's ans Eingemachte: die eigentliche Suche in den wissenschaftlichen Datenbanken. Genau hier entscheidet sich, wie gut die Basis für Ihre Arbeit wird. Der Trick ist, nicht nur zu wissen, wo man sucht, sondern vor allem wie.

Je nach Fachbereich sind unterschiedliche Datenbanken Gold wert. Geisteswissenschaftler schwören oft auf JSTOR oder Project MUSE, während Mediziner in PubMed und Psychologen in PsycINFO zu Hause sind. Mein persönlicher Tipp für den Einstieg, quasi der Allrounder für fast jedes Thema, ist aber immer Google Scholar. Damit kann man selten etwas falsch machen.

Mehr als nur Keywords: Präzise suchen mit System

Einfach nur Keywords in die Suchmaske zu tippen, ist wie Angeln ohne Köder – man fängt selten etwas Gutes. Die wahre Magie einer systematischen Recherche entfaltet sich erst, wenn man Begriffe clever miteinander verknüpft. Dafür gibt es ein paar einfache, aber extrem wirkungsvolle Werkzeuge: die Booleschen Operatoren.

  • AND: Damit schärfen Sie Ihre Suche. ("Mitarbeiterbindung" AND "Homeoffice") liefert Ihnen nur Treffer, in denen beide Themen gemeinsam behandelt werden.
  • OR: Hiermit erweitern Sie das Netz. ("Homeoffice" OR "Telearbeit" OR "Remote Work") sorgt dafür, dass Sie alle relevanten Synonyme abdecken und keine wichtige Studie übersehen.
  • NOT: Das ist Ihr Filter. ("Digitalisierung" NOT "Industrie 4.0") hilft Ihnen, bestimmte Unterthemen auszublenden, die für Ihre Fragestellung nicht passen.

Das klingt vielleicht technisch, ist aber im Grunde simple Logik, die Ihnen unglaublich viel Zeit spart. Eine durchdachte Strategie, die Keywords und Operatoren kombiniert, ist das A und O. Bedenken Sie: Die durchschnittliche Recherchezeit für eine Bachelorarbeit liegt bei 40–60 Stunden. Mit der richtigen Technik nutzen Sie diese Zeit optimal, statt sich im Kreis zu drehen. Das bestätigt auch eine interessante Studie der TU Dortmund zum Thema Rechercheaufwand.

Die Suche verfeinern: Zwei Profi-Tricks

Neben den Operatoren gibt es noch zwei weitere Kniffe, die Ihre Ergebnisse auf das nächste Level heben.

Die Trunkierung (meist ein *) ist Ihr Joker für verschiedene Wortendungen. Eine Suche nach motiv* findet "Motivation", "motivieren", "motiviert" und so weiter. Das erspart Ihnen, jede einzelne Variante von Hand eingeben zu müssen.

Die Phrasensuche (mit " ") ist unverzichtbar, wenn es um feste Begriffe geht. Suchen Sie nach "flexible Arbeitsmodelle", findet die Datenbank exakt diese Wortfolge. Ohne die Anführungszeichen bekommen Sie alles, wo die Wörter "flexible" und "Arbeitsmodelle" irgendwo im Text verstreut sind – oft ein Rezept für Hunderte irrelevante Treffer.

Der Screenshot aus Google Scholar zeigt, wie man das in der Praxis kombiniert.

Screenshot from https://scholar.google.com/

Hier wird die exakte Phrase "Mitarbeiterbindung" mit dem durch OR erweiterten Konzept von Homeoffice und Telearbeit verknüpft. Das Ergebnis: hochrelevante Studien statt Zufallstreffer.

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Techniken noch einmal kompakt für Sie zusammen.

Überblick der wichtigsten Suchoperatoren und Techniken

Eine kompakte Übersicht der wichtigsten Suchoperatoren und ihrer Anwendung zur Optimierung Ihrer Recherche in Datenbanken.

Technik oder Operator Funktion Praktisches Anwendungsbeispiel
AND Verknüpft Begriffe, schränkt die Suche ein ("Klimawandel" AND "Landwirtschaft")
OR Findet Dokumente, die einen der Begriffe enthalten ("Jugendliche" OR "Adoleszente")
NOT Schließt einen Begriff aus der Suche aus ("Marketing" NOT "Social Media")
Phrasensuche (" ") Sucht nach einer exakten Wortfolge "künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen"
Trunkierung (*) Findet verschiedene Wortendungen therap* findet Therapie, therapeutisch etc.
Platzhalter (? oder #) Ersetzt ein einzelnes Zeichen (je nach DB) wom?n findet "woman" und "women"

Mit diesen Werkzeugen sind Sie bestens gerüstet, um Ihre Datenbanksuche präzise zu steuern.

Eine meisterhafte systematische Literaturrecherche für die Bachelorarbeit ist kein Hexenwerk. Man startet breit mit OR, um alles einzufangen, und wird dann mit AND und Phrasensuchen immer spitzer, bis man den Kern der relevantesten Studien freigelegt hat.

Fortgeschrittene Strategien für verborgene Schätze

Wenn die erste große Keyword-Suche abgeschlossen ist, fängt die eigentliche Detektivarbeit erst an. Jetzt geht es darum, die Quellen aufzuspüren, die sich nicht so leicht finden lassen.

  1. Die Schneeballsuche (oder Rückwärtssuche): Sie haben einen Volltreffer-Artikel gefunden? Perfekt. Sein Literaturverzeichnis ist eine Goldgrube. Arbeiten Sie sich durch die dort zitierten Quellen. Oft stoßen Sie so auf die fundamentalen Standardwerke Ihres Themas.

  2. Die Zitationssuche (oder Vorwärtssuche): Viele Datenbanken, allen voran Google Scholar, zeigen an, von wem ein Artikel zitiert wurde ("Zitiert von"). Das ist genial, um zu sehen, wie die Forschung nach diesem Artikel weiterging. So finden Sie die aktuellsten Debatten und Entwicklungen im Feld.

Gerade bei der Recherche tut sich technologisch übrigens einiges. Wenn Sie neugierig sind, wie Sie den Prozess noch weiter beschleunigen können, lesen Sie unseren Artikel darüber, wie künstliche Intelligenz die Literaturrecherche revolutionieren kann.

Wenn Sie diese smarten Techniken anwenden, wird die Recherche von einer lästigen Pflicht zu einer spannenden und effizienten Entdeckungsreise. Sie sparen nicht nur Zeit, sondern bauen auch das sichere Gefühl auf, eine wirklich solide Literaturbasis für Ihre Bachelorarbeit geschaffen zu haben.

Relevante Quellen zielsicher auswählen und bewerten

https://www.youtube.com/embed/iLzhv50msH0

Okay, die Datenbanksuche ist durch und Ihr Literaturverwaltungsprogramm platzt aus allen Nähten. Super, der erste große Meilenstein ist geschafft! Aber jetzt kommt der wirklich entscheidende Teil der systematischen Literaturrecherche für Ihre Bachelorarbeit: das Aussieben, Auswählen und kritische Bewerten der gefundenen Schätze.

Die Versuchung ist riesig, sich jetzt sofort auf die Volltexte zu stürzen. Aber tun Sie sich selbst einen Gefallen und widerstehen Sie diesem Impuls. Ein schrittweises Vorgehen ist hier deutlich cleverer und spart Ihnen am Ende eine Menge Zeit. Wir arbeiten uns jetzt systematisch vom Groben ins Feine vor, damit Sie Ihre Energie nur den wirklich wichtigen Papieren widmen.

Stufe 1: Der schnelle Check von Titeln und Abstracts

Starten Sie mit einem schnellen, aber konzentrierten Blick auf die Titel aller gefundenen Artikel. Schon hier werden Sie merken, wie schnell sich die Spreu vom Weizen trennt. Viele Quellen fliegen direkt raus, weil sie auf den ersten Blick einfach nicht passen. Wenn ein Titel vielversprechend klingt, geht’s weiter zum Abstract.

Das Abstract ist quasi die Visitenkarte einer wissenschaftlichen Arbeit. Hier bekommen Sie in wenigen Sätzen die Quintessenz: Worum ging es, wie wurde geforscht und was kam dabei heraus? Stellen Sie sich bei jedem Abstract diese drei Fragen:

  • Passt das Thema? Trifft die Studie wirklich den Kern meiner Forschungsfrage und meiner Keywords?
  • Stimmt die Methode? Entspricht der Forschungsansatz (z. B. quantitativ, qualitativ, Review) meinen Kriterien, die ich vorher festgelegt habe?
  • Bringt es mich weiter? Bietet die Studie potenziell neue Erkenntnisse oder wiederholt sie nur, was ich schon weiß?

Schon nach dieser ersten Runde sollte Ihre Liste spürbar kürzer sein. Die Erfahrung zeigt, wie effektiv das ist. Bei einer typischen Bachelorarbeit in Deutschland mit 60 bis 100 Treffern zu Beginn fliegen in dieser Phase oft schon die meisten unpassenden Quellen raus. Am Ende bleiben nach dieser ersten Prüfung meist nur etwa 25–35 % der Artikel für die nächste Runde übrig. Wer tiefer in die Zahlen einsteigen will, findet hier interessante statistische Einblicke in den Rechercheprozess.

Stufe 2: Die Volltexte unter der Lupe

Die verbliebenen Kandidaten haben es also in die nächste Runde geschafft. Jetzt ist es an der Zeit, einen genaueren Blick in die Volltexte zu werfen. Aber auch hier gehen Sie strategisch vor, anstatt jeden Artikel von A bis Z durchzulesen. Konzentrieren Sie sich erstmal auf die wichtigsten Abschnitte:

  1. Die Einleitung: Sie gibt Ihnen einen schnellen Überblick über die Relevanz des Themas und die genaue Forschungsfrage.
  2. Der Methodik-Teil: Hier sehen Sie, wie sauber und nachvollziehbar die Studie aufgebaut ist.
  3. Diskussion und Fazit: Diese Kapitel fassen die zentralen Ergebnisse zusammen und ordnen sie in den größeren Forschungskontext ein.

Jetzt kommen Ihre Ein- und Ausschlusskriterien knallhart zum Einsatz. Jede Quelle, die diese Kriterien nicht erfüllt, wird aussortiert. Wichtig dabei: Machen Sie sich eine kurze Notiz, warum der Artikel ungeeignet war. Das erspart Ihnen später Kopfzerbrechen, wenn Sie Ihr Vorgehen im Methodikteil Ihrer Arbeit dokumentieren müssen.

Stufe 3: Die finale Qualitätskontrolle

Sie haben es fast geschafft! Vor Ihnen liegt jetzt eine überschaubare Anzahl an hochrelevanten Quellen – in der Regel sind das zwischen 8 und 15 Studien. Das ist das Fundament für Ihre gesamte Argumentation. Bevor Sie diese aber final in Ihre Arbeit einbauen, bekommt jede einzelne noch einen letzten Qualitäts-Check.

Achten Sie dabei besonders auf diese Punkte:

  • Aktualität: Ist die Quelle für Ihr Thema noch relevant? In schnelllebigen Fachbereichen kann eine Veröffentlichung, die älter als fünf Jahre ist, schon veraltet sein.
  • Reputation des Autors: Ist der Verfasser eine bekannte Größe im Fachgebiet? Ein kurzer Check auf Google Scholar kann hier schnell Klarheit schaffen.
  • Wissenschaftliche Sorgfalt: Wirkt die Methodik überzeugend? Werden die Ergebnisse kritisch und differenziert diskutiert? Nennt die Studie auch ihre eigenen Grenzen (Limitationen)?
  • Prestige des Journals: Wo wurde der Artikel publiziert? Ein Journal mit hohem Ranking und einem strengen Peer-Review-Verfahren ist immer ein gutes Zeichen für Qualität.

Fragen Sie sich bei jeder Quelle, die es in die engste Auswahl geschafft hat, ganz ehrlich: „Bringt mich dieser Artikel bei der Beantwortung meiner Forschungsfrage wirklich einen entscheidenden Schritt weiter, oder ist er nur ‚nice to have‘?“

Nur die Quellen, die auch diese letzte Hürde mit Bravour nehmen, bilden den Kern Ihrer Literatur. Dieser strenge Prozess stellt sicher, dass Ihre Bachelorarbeit auf den bestmöglichen und relevantesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aufgebaut ist – und genau das macht am Ende eine gute Note aus.

Ihren Rechercheprozess lückenlos dokumentieren

Eine systematische Recherche steht und fällt mit ihrer Nachvollziehbarkeit. Sie ist nur dann wirklich wissenschaftlich, wenn jeder Schritt zu 100 % transparent ist. Sehen Sie die Dokumentation also nicht als lästige Pflicht, sondern als das Logbuch Ihrer wissenschaftlichen Reise. Es ist der entscheidende Qualitätsbeweis Ihrer Bachelorarbeit.

Ein sauber geführtes Protokoll sichert nicht nur Ihre Arbeit gegenüber Prüfern ab, sondern ist auch für Sie selbst eine riesige Hilfe. So vermeiden Sie Doppelarbeit und behalten auch bei einer wochenlangen Recherche stets den roten Faden.

Die richtigen Werkzeuge für eine saubere Dokumentation

Um den Prozess von Anfang an sauber und effizient zu gestalten, haben Sie im Grunde zwei bewährte Optionen. Welche die richtige für Sie ist, hängt ganz von Ihren Vorlieben und der Komplexität Ihrer Arbeit ab.

Für viele reicht eine gut strukturierte Excel-Tabelle vollkommen aus. Sie ist schnell erstellt, flexibel und man muss sich nicht erst in eine neue Software einarbeiten. Hier legen Sie einfach für jede Suche eine neue Zeile an und tragen alle relevanten Infos systematisch ein.

Der professionellere Weg führt über Literaturverwaltungsprogramme wie Zotero, Citavi oder Mendeley. Diese Tools sind echte Kraftpakete: Sie sammeln nicht nur Ihre Quellen, sondern helfen auch beim Ordnen, Kommentieren und später beim Zitieren. Richtig praktisch ist, dass viele Programme Metadaten automatisch aus Datenbanken importieren – das spart eine Menge Tipparbeit.

Dieser Screenshot zeigt, wie übersichtlich das Ganze in Zotero, einem beliebten kostenlosen Programm, aussehen kann.

Screenshot from https://www.zotero.org/

Man sieht sofort, wie man Quellen in Ordnern sortieren und mit Schlagwörtern versehen kann. Das erleichtert die spätere Gliederung Ihrer Arbeit enorm.

Was in Ihr Rechercheprotokoll gehört

Egal, für welches Werkzeug Sie sich entscheiden, bestimmte Informationen sind für die Nachvollziehbarkeit einfach unerlässlich. Für eine lückenlose und übersichtliche Dokumentation können übrigens auch praktische Tipps für eine strukturierte Dokumentation aus anderen Bereichen wertvolle Anstöße geben.

Ihre Dokumentation sollte für jede einzelne Suchanfrage mindestens diese Punkte festhalten:

  • Genutzte Datenbank: z. B. Google Scholar, JSTOR, PubMed
  • Suchdatum: Wichtig, um die Aktualität Ihrer Suche zu belegen.
  • Exakte Suchanfrage: Kopieren Sie den vollständigen Suchstring, also inklusive aller Operatoren (AND, OR), Phrasensuchen (" ") und Trunkierungen (*).
  • Anzahl der Treffer: Das rohe Ergebnis Ihrer spezifischen Suche.
  • Anzahl der vorausgewählten Artikel: Wie viele Quellen haben Sie nach der ersten Sichtung von Titel und Abstract für eine genauere Prüfung ausgewählt?

Tipp vom Profi: Ein lückenloses Protokoll ist Ihr stärkstes Argument im Methodikteil. Es zeigt, dass Ihre Ergebnisse nicht auf Zufall beruhen, sondern das Resultat eines geplanten und systematischen Vorgehens sind.

Diese Sorgfalt zahlt sich übrigens messbar aus. Studien zeigen, dass etwa 73 % der Bachelorarbeiten mit einer systematischen, gut dokumentierten Literaturrecherche bessere Noten erzielen. Im Schnitt kann das einen Unterschied von 0,5 bis 0,7 Notenpunkten ausmachen.

Hier ist eine einfache Vorlage, die Sie als Ausgangspunkt für Ihr eigenes Protokoll in Excel oder einem ähnlichen Programm nutzen können.

Struktur eines effektiven Rechercheprotokolls

Eine Vorlage mit den wichtigsten Spalten, die in keinem Rechercheprotokoll fehlen dürfen.

Datenbank Suchdatum Suchbegriffe und Verknüpfung Anzahl der Treffer Ausgewählte Artikel (Anzahl) Begründung für Ausschluss (Beispiel)
JSTOR 25.10.2023 "agile leadership" AND "SME" OR "KMU" 184 12 Fokus auf Großkonzerne
Google Scholar 25.10.2023 "Führungsstile in kleinen Unternehmen" -patriarchalisch 1.230 8 Unwissenschaftliche Quelle
Scopus 26.10.2023 leadership AND (sme* OR "small and medium-sized enterprise*") 450 21 Methodik unpassend (qualitativ)

Diese Struktur hilft Ihnen, den Überblick zu wahren und alle relevanten Schritte sauber zu dokumentieren.

Entscheidungen transparent machen

Ein entscheidender Teil der Dokumentation, der oft unterschätzt wird, ist die Begründung Ihrer Auswahl. Es genügt nicht, nur zu notieren, dass Sie eine Studie ausgeschlossen haben – Sie müssen auch festhalten, warum.

Machen Sie sich kurze Notizen zu den Gründen für den Ein- oder Ausschluss einer Quelle, nachdem Sie den Volltext geprüft haben. Typische Gründe könnten sein:

  • Thematisch unpassend: „Fokus auf Großkonzernen, nicht auf KMU.“
  • Falsche Methodik: „Qualitative Fallstudie, benötige aber quantitative Daten.“
  • Veralteter Stand: „Publiziert vor dem festgelegten Zeitraum von 10 Jahren.“
  • Redundant: „Keine neuen Erkenntnisse im Vergleich zu Quelle XY.“

Diese Notizen sind pures Gold, wenn Sie später den Methodikteil Ihrer Arbeit schreiben. Sie ermöglichen es Ihnen, Ihren Auswahlprozess präzise und überzeugend zu beschreiben. Gleichzeitig ist das die perfekte Vorarbeit für gute Zusammenfassungen. In unserem Beitrag erklären wir detailliert, was ein Exzerpt ist und wie es Ihnen zu besseren Noten verhilft.

Indem Sie Ihren gesamten Prozess von der ersten Suchanfrage bis zur finalen Auswahl dokumentieren, schaffen Sie eine unangreifbare wissenschaftliche Grundlage für Ihre Bachelorarbeit.

Häufige Fragen zur systematischen Literaturrecherche

Auch bei der besten Planung tauchen während der systematischen Literaturrecherche für die Bachelorarbeit immer wieder Fragen auf. Das ist völlig normal – es zeigt ja nur, dass Sie sich wirklich in die Tiefe arbeiten. Um Ihnen die letzten Unsicherheiten zu nehmen, habe ich hier die häufigsten Stolpersteine und Fragen gesammelt, die mir in der Betreuung immer wieder begegnen.

Wie viele Quellen sind für eine Bachelorarbeit ideal?

Die Frage aller Fragen, und die ehrliche Antwort ist leider ein Klassiker: Es kommt darauf an. Aber das ist kein Grund zur Panik. Viel wichtiger als eine willkürliche Zahl ist, dass Sie den Kern des Forschungsfeldes abdecken und Ihre Auswahl methodisch sauber begründen können. Qualität schlägt hier wirklich immer Quantität.

Als grobe Hausnummer kann man sagen, dass eine systematische Recherche in den meisten Fachbereichen auf 15 bis 25 zentrale Quellen hinausläuft, die das Fundament Ihrer Arbeit bilden. Das ist aber nur ein Richtwert. Eine Arbeit über ein sehr spezifisches Nischenthema kommt vielleicht mit weniger aus, während ein breites Review-Thema deutlich mehr erfordert.

Der entscheidende Punkt ist nicht, eine bestimmte Anzahl zu erreichen. Wichtig ist, dass Sie an dem Punkt aufhören, an dem neue Suchen keine relevanten neuen Erkenntnisse mehr liefern – ein Zustand, der in der Wissenschaft als „theoretische Sättigung“ bezeichnet wird.

Sprechen Sie die Erwartungen aber auf jeden Fall mit Ihrer Betreuung ab. Die Anforderungen können je nach Fachbereich und Lehrstuhl stark variieren, und eine kurze Mail im Vorfeld verhindert spätere Überraschungen.

Was tun bei zu vielen oder zu wenigen Suchergebnissen?

Beides sind absolute Klassiker und kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Sehen Sie es einfach als Signal: Ihre Suchstrategie braucht eine kleine Kurskorrektur.

Wenn Sie in Treffern ertrinken (zu viele Ergebnisse):

  • Werden Sie spezifischer. Statt nach „Marketing“ zu suchen, versuchen Sie es mit „Content-Marketing für B2B-Unternehmen“ oder „Influencer-Marketing auf Instagram“.
  • Setzen Sie auf AND. Verknüpfen Sie Ihre Kernbegriffe stärker, um gezielt die Schnittmenge zu finden, die Sie wirklich interessiert.
  • Ziehen Sie die Filter enger. Begrenzen Sie den Publikationszeitraum, suchen Sie nur nach Peer-Review-Artikeln oder nutzen Sie die Phrasensuche (" ") für feststehende Begriffe. Das wirkt oft Wunder.

Wenn Sie kaum etwas finden (zu wenige Ergebnisse):

  • Denken Sie breiter. Suchen Sie nach Oberbegriffen und sammeln Sie mehr Synonyme, die Sie mit dem OR-Operator verknüpfen.
  • Prüfen Sie Ihre Logik. Manchmal schränkt ein falsch gesetzter AND-Operator die Suche unbemerkt zu stark ein. Oft reicht eine kleine Änderung, um Dutzende neue Treffer freizuschalten.
  • Wechseln Sie die Datenbank. Jede Datenbank hat einen anderen Schwerpunkt. Was in der einen fehlt, kann in einer anderen das zentrale Thema sein.
  • Starten Sie die Schneeballsuche. Nehmen Sie die 1–2 relevantesten Treffer, die Sie haben, und durchforsten Sie deren Literaturverzeichnisse. Das ist oft der effektivste Weg, um an versteckte Goldstücke zu kommen.

Reicht die Recherche mit Google Scholar allein aus?

Hier gibt es nur eine Antwort: ein klares und unmissverständliches Nein. Google Scholar ist ein fantastisches Werkzeug für den Einstieg, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Aber für eine wissenschaftlich saubere Arbeit ist es als einzige Quelle absolut unzureichend.

Der Grund ist die fehlende Qualitätskontrolle. Während Fachdatenbanken (wie JSTOR, PubMed oder PsycINFO) nur geprüfte wissenschaftliche Inhalte kuratieren, indexiert Google Scholar alles Mögliche – auch ungesicherte Quellen, Konferenz-Abstracts oder studentische Arbeiten.

Für eine seriöse systematische Literaturrecherche in der Bachelorarbeit ist die Nutzung von 3–5 verschiedenen Fachdatenbanken Pflicht. Nutzen Sie vor allem die Datenbanken, die Ihre Universitätsbibliothek lizenziert hat. Nur so stellen Sie sicher, dass Sie ein umfassendes und qualitativ hochwertiges Bild des Forschungsstandes zeichnen.

Wie detailliert muss ich den Prozess im Methodikteil beschreiben?

Die Beschreibung Ihrer Vorgehensweise ist das Herzstück Ihrer wissenschaftlichen Glaubwürdigkeit. Die goldene Regel lautet: Jemand anderes müsste Ihre Recherche allein auf Basis Ihrer Beschreibung nachvollziehen und zu einem ähnlichen Ergebnis kommen können.

Packen Sie die folgenden Punkte prägnant in Ihr Methodik-Kapitel:

  • Die genutzten Datenbanken und den exakten Recherchezeitraum.
  • Die zentralen Suchbegriffe, die Sie für jedes Kernkonzept Ihrer Forschungsfrage verwendet haben.
  • Ein Beispiel für einen komplexen Suchstring, um Ihre Verknüpfungslogik zu zeigen.
  • Die wichtigsten Ein- und Ausschlusskriterien, nach denen Sie die Quellen gefiltert haben.

Diese Transparenz ist kein Selbstzweck. Sie ist der Beleg für Ihre wissenschaftliche Sorgfalt und macht Ihre Ergebnisse nachvollziehbar und belastbar.


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