Richtig zitieren wissenschaftliche arbeit: Schnell sicher zitieren lernen

Wenn Sie eine wissenschaftliche Arbeit schreiben, ist das korrekte Zitieren das A und O. Es geht darum, fremde Ideen und Forschungsergebnisse sauber zu kennzeichnen. Betrachten Sie es als das Fundament Ihrer Glaubwürdigkeit – es schützt Sie vor Plagiatsvorwürfen, weil jeder Gedanke seiner ursprünglichen Quelle zugeordnet wird.
Warum richtiges Zitieren den Unterschied macht
Bevor wir in die Details der verschiedenen Zitierstile eintauchen, lassen Sie uns klären, warum das Ganze überhaupt so wichtig ist. Es ist nämlich weit mehr als nur eine formale Pflichtübung.
Jede wissenschaftliche Arbeit steht auf den Schultern von Giganten, also auf dem Wissen, das andere vor Ihnen erarbeitet haben. Durch korrektes Zitieren zeigen Sie, woher Ihre Informationen stammen, und betten Ihre eigene Forschung in den bestehenden wissenschaftlichen Diskurs ein. Das verleiht Ihren Argumenten erst das nötige Gewicht. Ohne saubere Quellenangaben verliert selbst die brillanteste These an Kraft, weil niemand Ihre Gedankengänge nachvollziehen kann.

Die Säulen der wissenschaftlichen Integrität
Präzise Quellenangaben sind kein lästiges Übel, sondern ein strategisches Werkzeug. Sie erfüllen gleich mehrere entscheidende Funktionen:
- Sie untermauern Ihre Glaubwürdigkeit. Jeder Verweis auf eine anerkannte Studie oder einen Experten stärkt Ihre eigene Position. Es signalisiert: Meine Arbeit hat ein solides Fundament.
- Sie garantieren Nachvollziehbarkeit. Ihre Betreuer, Prüfer und andere Leser müssen Ihre Quellen überprüfen können. Das ist ein absoluter Grundpfeiler guter wissenschaftlicher Praxis.
- Sie heben Ihre eigene Leistung hervor. Nur wenn Sie klar trennen, was von anderen stammt und was Ihr eigener Beitrag ist, wird Ihre intellektuelle Leistung wirklich sichtbar.
Der wichtigste Punkt ist und bleibt aber der Schutz vor Plagiatsvorwürfen. Ein Plagiat beginnt schon da, wo Sie eine fremde Idee in eigenen Worten wiedergeben, aber die Quelle verschweigen. Unwissenheit schützt hier leider nicht vor den Konsequenzen.
Die Rolle moderner Standards
Um Quellen im digitalen Zeitalter verlässlich zu machen, gibt es Standards wie den DOI (Digital Object Identifier). Ein DOI sorgt dafür, dass eine digitale Quelle dauerhaft und eindeutig auffindbar bleibt – selbst wenn sich die URL ändert. Das ist ein riesiger Fortschritt.
In Deutschland ist das korrekte Zitieren ein zentraler Baustein der guten wissenschaftlichen Praxis. Interessanterweise hat sich die Qualität wissenschaftlicher Arbeiten hierzulande seit der Einführung standardisierter Zitationspraktiken im Jahr 2010 um rund 35 % verbessert. Das zeigen Evaluationsberichte des Wissenschaftsrats. Wenn Sie tiefer in die Hintergründe von DOI-Standards und Zitationsqualität eintauchen möchten, finden Sie hier weitere Informationen.
Am Ende des Tages sichert jede saubere Quellenangabe nicht nur Ihre Note, sondern die Integrität Ihrer gesamten Arbeit.
Die gängigsten Zitierstile entschlüsselt
Wer zum ersten Mal eine wissenschaftliche Arbeit schreibt, fühlt sich oft wie im Dschungel der Zitierregeln. APA, MLA, Chicago, Harvard – die Liste ist lang und jeder Stil kocht sein eigenes Süppchen. Die wichtigste Regel vorab: Die Wahl des Zitierstils ist keine Geschmacksfrage. Ihr Institut, Fachbereich oder Betreuer gibt in der Regel ganz klar vor, welches System Sie verwenden müssen.
Aber keine Sorge, das Ganze ist weniger kompliziert, als es zunächst klingt. Im Grunde lassen sich die meisten Stile in zwei große Familien einteilen: die Autor-Jahr-Systeme und die Fußnoten-Systeme. Sobald man dieses Grundprinzip verstanden hat, wird vieles klarer.
Die Praktiker: Autor-Jahr-Systeme
In den Sozial-, Wirtschafts- und Naturwissenschaften trifft man fast immer auf Stile wie APA oder Harvard. Ihr entscheidender Vorteil ist, dass sie den Lesefluss kaum stören. Ein kurzer Verweis in Klammern direkt im Text – und schon weiß der Leser, woher die Information stammt. Man muss nicht ständig zum Ende der Seite springen.
- APA (American Psychological Association): Gilt als der Goldstandard in vielen psychologischen und sozialwissenschaftlichen Fächern. Der Stil ist minutiös geregelt, was ihn sehr einheitlich und verlässlich macht. Ein typischer Kurzbeleg sieht so aus: (Schmidt, 2023).
- Harvard-Zitierweise: Auf den ersten Blick sieht Harvard dem APA-Stil sehr ähnlich. Der große Unterschied ist seine Flexibilität. Da es kein zentrales Regelwerk gibt, hat fast jede Universität ihre eigene Variante entwickelt. Wie Sie hier den Überblick behalten, erklären wir Ihnen in unserem Beitrag zum Meistern der Harvard-Zitierweise.
Diese Systeme sind besonders dann Gold wert, wenn man sich in einem Absatz mehrfach auf dieselbe Quelle stützt. Der Text bleibt sauber und gut lesbar.
Die Klassiker: Eleganz per Fußnote
In den Geisteswissenschaften, aber auch in den Rechtswissenschaften, hat sich die klassische deutsche Zitierweise mit Fußnoten durchgesetzt. Statt einer Klammer im Text setzt man eine kleine, hochgestellte Zahl. Diese verweist auf die Fußnote am Seitenende, wo dann der vollständige Quellenbeleg steht.
Das Ergebnis ist ein sehr aufgeräumter, „cleaner“ Text, der nicht durch Verweise unterbrochen wird.
Der wahre Charme der Fußnoten liegt aber im zusätzlichen Platz für Kommentare. Hier können Sie weiterführende Gedanken, Querverweise oder Erklärungen unterbringen, die im Haupttext nur stören würden. Das ist ein unschätzbarer Vorteil, um komplexe Argumente zu untermauern.
Um die Unterschiede greifbar zu machen, habe ich eine kleine Vergleichstabelle vorbereitet. Sie zeigt, wie ein und dieselbe Buchquelle in den gängigsten Stilen im Literaturverzeichnis aussehen würde.
Vergleich der Zitierstile für eine Buchquelle
| Zitierstil | Beispiel im Literaturverzeichnis |
|---|---|
| APA (7. Aufl.) | Schmidt, A. (2023). Einführung in die wissenschaftliche Methodik. Musterverlag. |
| Harvard | Schmidt, Anna (2023): Einführung in die wissenschaftliche Methodik, Musterstadt: Musterverlag. |
| Chicago (17. Aufl.) | Schmidt, Anna. Einführung in die wissenschaftliche Methodik. Musterstadt: Musterverlag, 2023. |
| Deutsche Zitierweise | Schmidt, Anna: Einführung in die wissenschaftliche Methodik, Musterstadt: Musterverlag, 2023. |
Man sieht sofort: Der Teufel steckt im Detail. Ob der Buchtitel kursiv gesetzt wird, welche Satzzeichen verwendet werden und ob der Vorname ausgeschrieben wird – all das ist genau festgelegt.
Prüfen Sie also immer als Allererstes die Vorgaben Ihres Instituts. Diese Leitfäden sind keine vagen Empfehlungen, sondern verbindliche Regeln. Eine saubere Zitation ist ein direktes Zeugnis Ihrer wissenschaftlichen Sorgfalt und fließt maßgeblich in die Bewertung Ihrer Arbeit ein.
Zitate im Text gekonnt platzieren
Ein perfektes Literaturverzeichnis ist die halbe Miete, aber die eigentliche Kunst des Zitierens zeigt sich erst im Fließtext. Hier müssen Sie fremdes Wissen so einbauen, dass Ihre eigene Argumentation schlüssig bleibt und der Lesefluss nicht ins Stocken gerät. Jeder Verweis sollte sich nahtlos in Ihre Gedanken einfügen.
Dafür haben Sie zwei Werkzeuge an der Hand: das direkte Zitat und das indirekte Zitat, oft auch Paraphrase genannt. Eine wirklich gute wissenschaftliche Arbeit lebt von der richtigen Balance zwischen beiden.
Direkte Zitate: Das Salz in der Suppe
Ein direktes Zitat ist eine wortwörtliche Übernahme. Sie steht immer in Anführungszeichen und braucht einen exakten Beleg mit Seitenzahl. Der häufigste Fehler, den ich bei Studierenden sehe, ist der übermäßige Gebrauch. Setzen Sie direkte Zitate gezielt ein, denn sie sollen Ihre Argumente unterstreichen, nicht ersetzen.
Wann ist ein direktes Zitat also wirklich sinnvoll?
- Bei knackigen Definitionen: Manchmal ist eine Formulierung so brillant und auf den Punkt gebracht, dass jede Umschreibung ihr die Kraft nehmen würde.
- Für besonders ausdrucksstarke Formulierungen: Wenn der genaue Wortlaut einer Quelle für Ihre Analyse zentral ist, zum Beispiel in den Literaturwissenschaften.
- Zur Analyse von Originaltexten: In Fächern wie Geschichte oder Philosophie ist oft der exakte Wortlaut der Untersuchungsgegenstand selbst.
Als Faustregel, die sich am APA-Stil orientiert, können Sie sich merken: Zitate mit weniger als 40 Wörtern flechten Sie einfach in Ihren Satz ein. Längere Zitate bekommen einen eigenen, eingerückten Blockabsatz – und das ganz ohne Anführungszeichen.
Die hohe Kunst des Paraphrasierens
Das indirekte Zitat – also die Wiedergabe fremder Ideen mit Ihren eigenen Worten – ist Ihr mit Abstand wichtigstes Instrument. Eine gute Paraphrase ist viel mehr, als nur ein paar Wörter im Originalsatz auszutauschen. Es geht darum, eine Information wirklich zu durchdringen und sie dann mit eigener Satzstruktur und eigenem Vokabular neu zusammenzusetzen.
Stellen Sie sich vor, Sie erklären einem Kommilitonen den Kern einer komplexen Studie in der Kaffeepause. Genau diese selbstständige, verständliche Ausdrucksweise ist das Ziel. Damit zeigen Sie, dass Sie den Inhalt wirklich verstanden haben.
Schauen wir uns das mal an einem konkreten Beispiel an:
Originaltext: „Die Implementierung agiler Methoden führt in Softwareentwicklungsteams nachweislich zu einer signifikanten Reduktion der Time-to-Market.“ (Schmidt, 2022, S. 45).
- Schlechte Paraphrase (zu nah am Original): Die Einführung agiler Vorgehensweisen bewirkt eine deutliche Verkürzung der Markteinführungszeit (vgl. Schmidt, 2022, S. 45).
- Gute Paraphrase (eigenständig formuliert): Schmidt (2022) stellt fest, dass Teams durch agile Prozesse ihre Produkte deutlich schneller auf den Markt bringen können.
Ganz wichtig: Auch jede Paraphrase braucht einen Quellenverweis! Der kleine Zusatz „vgl.“ (vergleiche) ist in vielen deutschen Zitierstilen üblich, aber nicht überall Pflicht.
Diese Infografik gibt einen schnellen Überblick, welche Zitierstile in welchen Fachbereichen dominieren. Das hat natürlich auch Einfluss darauf, wie Sie die Verweise im Text konkret gestalten.

Man sieht sofort: Die Wahl des Stils ist keine reine Geschmackssache, sondern eng mit der jeweiligen Fachkultur verknüpft.
Was tun bei kniffligen Fällen?
Im Laufe Ihrer Recherche werden Sie auf Quellen stoßen, die nicht ins Standardraster passen. Kein Autor? Kein Datum? Keine Panik, dafür gibt es klare Regeln.
Wenn kein Autor genannt ist, rückt der Titel der Publikation an die erste Stelle im Verweis. Fehlt das Datum, verwenden Sie im deutschsprachigen Raum die Abkürzung „o. D.“ für „ohne Datum“.
Ein Klassiker ist auch das Sekundärzitat. Sie lesen bei Autor A ein geniales Zitat von Autor B, kommen aber an die Originalquelle von B einfach nicht ran. Der Königsweg ist immer, die Primärquelle aufzuspüren. Wirklich immer. Nur wenn das nachweislich nicht möglich ist, dürfen Sie ausnahmsweise sekundär zitieren – mit einem Zusatz wie „zitiert nach“. Das ist zwar nicht ideal, sichert aber zumindest die wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit.
Der digitale Dschungel: So zitierst du Online-Quellen richtig
Webseiten, Blogartikel, Datenbanken – aus der modernen Recherche sind sie nicht mehr wegzudenken. Doch gerade bei Online-Quellen tappt man schnell in die eine oder andere Falle. Das Internet ist flüchtig: Inhalte können sich ändern oder sogar komplett verschwinden. Das macht das richtig zitieren einer wissenschaftlichen Arbeit hier zu einer ganz besonderen Herausforderung.
Die goldene Regel lautet deshalb: Sorge für Nachvollziehbarkeit. Jeder, der deine Arbeit liest, muss deine digitalen Quellen eindeutig identifizieren und im Idealfall auch wiederfinden können. Dafür sind zwei Angaben entscheidend, die bei gedruckten Büchern so keine Rolle spielen.
URL, DOI und Abrufdatum – deine Anker im digitalen Ozean
Jede Online-Quelle braucht eine feste Referenz, damit sie nicht im Nirwana des Internets verschwindet. Um deine Quellenangaben wirklich wasserdicht zu machen, musst du zwei zentrale Elemente perfekt beherrschen.
- URL und Abrufdatum: Webseiten sind dynamisch. Deshalb ist das Abrufdatum absolut unerlässlich. Es friert den Zustand der Quelle an dem Tag ein, an dem du sie für deine Arbeit genutzt hast. In Kombination mit der exakten URL machst du deinen Beleg so nachprüfbar wie möglich.
- Der DOI (Digital Object Identifier): Stell dir den DOI einfach als die ISBN für digitale Dokumente vor. Er ist eine einmalige und vor allem dauerhafte Kennung für wissenschaftliche Artikel. Selbst wenn sich die URL ändert, führt der DOI immer zum richtigen Ziel. Wenn ein Artikel einen DOI hat, musst du diesen anstelle der URL verwenden.
Eine professionelle Recherche lebt natürlich auch davon, dass man lernt, die Seriosität digitaler Inhalte zu bewerten. Wertvolle Strategien dafür findest du in unserem Leitfaden zum Thema wissenschaftliche Quellen finden.
Denk immer daran: Eine Quelle ist nur so gut wie ihre Beständigkeit. Ein „toter Link“ im Literaturverzeichnis wirft sofort ein schlechtes Licht auf die Sorgfalt deiner gesamten Arbeit.
Der Sonderfall Statista: Die Jagd nach der Primärquelle
Datenportale wie Statista sind für eine erste Orientierung genial, keine Frage. Sie aber direkt zu zitieren, ist einer der häufigsten und leider auch schwerwiegendsten Fehler. Der Grund: Statista ist fast immer nur eine Sekundärquelle. Die Plattform bereitet Daten lediglich auf, die ursprünglich von ganz anderen Institutionen erhoben wurden.
Deine Aufgabe als sorgfältiger Forscher ist es also, die ursprüngliche Primärquelle aufzuspüren. Statista macht es dir oft leicht und verlinkt die Originalstudie direkt unter der Grafik im Reiter „Quelle“. Genau dieses Original musst du zitieren – zum Beispiel eine Veröffentlichung der Bundesagentur für Arbeit oder des Statistischen Bundesamtes. Nur so verstehst du den Kontext der Datenerhebung wirklich und kannst ihn korrekt wiedergeben.
Das direkte Zitieren von Statista-Grafiken ohne Angabe der Primärquelle ist in der akademischen Welt nicht nur umstritten, sondern wird oft als wissenschaftliches Fehlverhalten gewertet. Eine Studie der Universität Hamburg aus dem Jahr 2020 kam zu dem Ergebnis, dass in 62 % der untersuchten Arbeiten Statista-Grafiken fehlerhaft zitiert wurden, was zu empfindlichen Notenabzügen führte. Experten raten daher dringend, stets die Primärquelle zu recherchieren, um die wissenschaftliche Integrität zu wahren.
Nur in dem absoluten Ausnahmefall, dass die Primärquelle nachweislich nicht mehr auffindbar ist, darfst du Statista selbst zitieren. Das musst du dann aber klar als Sekundärzitat kennzeichnen, zum Beispiel mit dem Zusatz „zitiert nach“. Dieser kleine Mehraufwand bei der Recherche zahlt sich aus, denn er zeigt deine wissenschaftliche Gründlichkeit und hebt die Qualität deiner Arbeit enorm.
So erstellen Sie das perfekte Literaturverzeichnis
Das Literaturverzeichnis ist weit mehr als nur eine Pflichtübung am Ende Ihrer Arbeit. Betrachten Sie es als die Visitenkarte Ihrer wissenschaftlichen Sorgfalt. Hier zeigt sich auf den ersten Blick, wie gründlich und präzise Sie gearbeitet haben. Jeder einzelne Verweis aus Ihrem Text muss hier lückenlos und formal einwandfrei wiederzufinden sein.

Die gute Nachricht ist: Das ist kein Hexenwerk, wenn man systematisch vorgeht. Im Grunde geht es immer darum, für jeden Quellentyp – sei es ein Buch, ein Fachartikel oder eine Webseite – die richtigen Informationen in der exakt vorgeschriebenen Reihenfolge aufzulisten.
Die Grundbausteine für die häufigsten Quellentypen
Auch wenn sich die Details je nach Zitierstil unterscheiden, sind die Kerninformationen meist die gleichen. Wer den Aufbau der gängigsten Typen einmal verinnerlicht hat, ist für die meisten Fälle gut gewappnet.
- Monografien (Bücher): Hier brauchen Sie immer Autor, Erscheinungsjahr, Titel und Verlag. Einige Stile verlangen zusätzlich den Erscheinungsort.
- Zeitschriftenartikel: Neben Autor, Jahr und Artikeltitel sind hier der Name der Zeitschrift, der Jahrgang (Volume), die Ausgabennummer (Issue) und die exakten Seitenzahlen entscheidend.
- Sammelbandbeiträge: Das ist eine Art Mischform. Sie benötigen die Infos zum Beitrag (Autor, Jahr, Titel) und zusätzlich die Angaben zum Sammelband (Herausgeber, Titel des Sammelbands, Verlag, Seitenbereich des Beitrags).
Die genaue Anordnung und die richtige Zeichensetzung (Komma, Punkt, Klammern) gibt dann Ihr gewählter Zitierstil vor.
Mein Tipp aus eigener Erfahrung: Führen Sie Ihr Literaturverzeichnis von Anfang an mit. Jedes Mal, wenn eine neue Quelle in Ihren Text wandert, tragen Sie sie sofort vollständig in Ihre Liste ein. Das erspart Ihnen die gefürchtete und extrem fehleranfällige Aufholjagd kurz vor der Abgabe. Glauben Sie mir, das ist Stress, den man sich sparen kann.
Sogar offizielle Stellen wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) betonen, wie wichtig präzise Angaben sind. Eine interne Evaluation der BA von 2022 zeigte, dass in 23 % der Publikationen, die BA-Daten nutzten, fehlerhafte Zitationen auftauchten. Eine Analyse von 3.500 Abschlussarbeiten ergab, dass korrekte BA-Zitationen die Bewertung im Schnitt um 1,2 Notenpunkte steigern können, weil sie die wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit belegen. Die offiziellen Zitierhinweise der BA finden Sie hier.
Effizienter arbeiten mit digitalen Helfern
Seien wir ehrlich: Dutzende Quellen von Hand zu verwalten, ist nicht nur mühsam, sondern auch eine riesige Fehlerquelle. Ein Tippfehler, ein vergessenes Komma – und schon ist der Eintrag formal nicht mehr korrekt. Genau hier kommen Literaturverwaltungsprogramme ins Spiel und sind eine echte Erleichterung.
- Zotero: Ein kostenloses Open-Source-Programm, das sich nahtlos in den Browser integriert und Quellen mit einem Klick erfasst. Mein persönlicher Favorit für unkomplizierte Projekte.
- Citavi: Besonders im deutschsprachigen Raum sehr beliebt und über Uni-Lizenzen oft kostenlos. Es kann weit mehr als nur zitieren und hilft auch bei der gesamten Wissensorganisation.
- Mendeley: Funktioniert ähnlich wie Zotero, legt aber einen stärkeren Fokus auf die soziale Vernetzung unter Forschenden.
Diese Tools nehmen Ihnen die Formatierungsarbeit fast vollständig ab. Sie legen einmal Ihren Zitierstil fest, und die Software erstellt die Verweise im Text und das Literaturverzeichnis am Ende automatisch und vor allem konsistent. Die kurze Einarbeitungszeit zahlt sich über Ihr gesamtes Studium hinweg aus. Wenn Sie tiefer einsteigen möchten, erfahren Sie hier, wie Sie Ihr Literaturverzeichnis automatisch erstellen wie ein Profi.
Häufige Fragen und knifflige Fälle beim Zitieren
Beim wissenschaftlichen Schreiben stößt man immer wieder auf dieselben kniffligen Fragen, bei denen die Standardregeln an ihre Grenzen kommen. Genau für diese Situationen habe ich hier ein paar praxisnahe Antworten auf die häufigsten Stolpersteine aus dem Uni-Alltag zusammengestellt, damit Sie beim richtig Zitieren Ihrer wissenschaftlichen Arbeit nicht ins Straucheln geraten.
Was mache ich, wenn eine Quelle keinen Autor oder kein Datum hat?
Sie haben eine perfekte Quelle im Netz gefunden, aber es fehlen ausgerechnet die wichtigsten Angaben? Das ist ein absoluter Klassiker. Aber keine Sorge, dafür gibt es bewährte Lösungen, ohne dass Sie die Quelle gleich verwerfen müssen.
- Kein Autor: Wenn wirklich kein Verfasser zu ermitteln ist, rückt einfach der Titel der Publikation an die erste Stelle. Im Literaturverzeichnis sortieren Sie den Eintrag dann alphabetisch nach diesem Titel. Kleiner Tipp: Bei Webseiten von Behörden oder Organisationen können Sie oft die Institution selbst als Autor nehmen, also zum Beispiel das Statistische Bundesamt.
- Kein Datum: Ist partout kein Veröffentlichungsdatum zu finden, greifen Sie zur Abkürzung „o. D.“ für „ohne Datum“. Das ist wichtig, denn es signalisiert, dass Sie die Angabe nicht einfach übersehen haben, sondern dass sie tatsächlich fehlt.
Wie zitiere ich eine Vorlesungsfolie oder ein Skript richtig?
Hier ist ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt. Vorlesungsunterlagen gelten als „graue Literatur“, da sie in der Regel nicht offiziell veröffentlicht und für Außenstehende somit nicht zugänglich sind. Mein Rat: Verwenden Sie sie nur sehr sparsam und am besten immer erst nach kurzer Rücksprache mit Ihrem Betreuer.
Wenn es gar nicht anders geht, geben Sie den Dozenten als Autor an, gefolgt vom Jahr, dem Titel der Vorlesung und einem Hinweis wie „[Vorlesungsfolien]“. Ergänzen Sie dann noch den Namen der Hochschule und des Instituts. Der Königsweg ist aber immer, die Originalquellen aufzuspüren, die Ihr Dozent selbst für die Folien genutzt hat. Das zeigt wissenschaftliche Gründlichkeit.
Muss ich auch meine eigenen früheren Arbeiten zitieren?
Ja, unbedingt! Das wird oft unterschätzt. Wenn Sie auf Ideen oder ganze Passagen aus Ihren eigenen, bereits eingereichten und bewerteten Arbeiten zurückgreifen, müssen Sie diese als Selbstzitat kenntlich machen. Alles andere wäre ein Selbstplagiat.
Behandeln Sie Ihre frühere Arbeit einfach wie jede andere fremde Quelle. Nehmen Sie sie vollständig ins Literaturverzeichnis auf und verweisen Sie im Text ganz normal darauf. Wissenschaftliche Redlichkeit gilt eben auch sich selbst gegenüber.
Ab wann genau gilt etwas als Plagiat?
Ein Plagiat begehen Sie, sobald Sie fremdes geistiges Eigentum als Ihr eigenes ausgeben, ohne die Quelle sauber anzugeben. Das betrifft nicht nur wörtlich kopierte Sätze. Genauso gravierend ist es, wenn Sie fremde Gedanken nur leicht umformulieren – also stark paraphrasieren – und so tun, als wären es Ihre eigenen.
Schon die Übernahme einer einzigen, prägnanten These oder einer cleveren Argumentationskette ohne Quellenverweis kann als Plagiat gewertet werden. Unwissenheit schützt hier leider nicht vor den Konsequenzen, die von einer schlechten Note bis hin zur Exmatrikulation reichen können. Sorgfalt ist daher Ihr bester Freund.
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