Die perfekte einleitung einer wissenschaftlichen arbeit schreiben

Die Einleitung einer wissenschaftlichen Arbeit ist so etwas wie der erste Händedruck – sie entscheidet darüber, ob Ihr Gegenüber Sie ernst nimmt und Ihnen weiter zuhören möchte. Genau hier, auf den ersten Seiten, überzeugen Sie Ihre Leser davon, dass Ihre Forschung relevant, fundiert und die investierte Lesezeit wert ist.
Warum die einleitung den ton für ihre gesamte arbeit angibt
Stellen Sie sich die Einleitung wie das Fundament eines Hauses vor. Wenn es wackelt oder schief ist, nützt die beste Architektur für den Rest des Gebäudes nichts – die gesamte Struktur bleibt instabil. Ihre Einleitung ist also viel mehr als nur eine formale Pflichtübung. Sie ist Ihre strategische Visitenkarte, die dem Leser in wenigen Minuten klar macht, ob sich die Auseinandersetzung mit Ihrer Arbeit lohnt.
Eine wirklich gute Eröffnung schafft es, drei Dinge gleichzeitig zu leisten. Zuerst führt sie den Leser sanft, aber bestimmt in Ihr Thema ein. Sie holt auch fachfremde Personen ab, ohne dabei Experten zu langweilen, und schafft so eine gemeinsame Ausgangsbasis. Dieser erste Schritt ist entscheidend, um Neugier zu wecken und eine Verbindung aufzubauen.
Danach steckt die Einleitung den wissenschaftlichen Rahmen ganz präzise ab. Sie zeigt, was wir bereits wissen, welche Diskussionen laufen und – das ist der springende Punkt – wo genau die Forschungslücke klafft. Indem Sie diese Lücke glasklar benennen, begründen Sie, warum Ihre Untersuchung überhaupt notwendig ist.
Eine gut formulierte Einleitung ist kein bloßes Vorwort, sondern eine präzise Argumentation für die Existenzberechtigung Ihrer gesamten Arbeit. Sie beantwortet die unausgesprochene Frage des Lesers: „Warum sollte mich das interessieren?“
Und zu guter Letzt legen Sie Ihre eigene Forschungsagenda auf den Tisch. Hier formulieren Sie eine unmissverständliche Forschungsfrage, umreißen Ihre Ziele und skizzieren kurz, wie Sie methodisch vorgehen werden. Diese Transparenz ist der rote Faden, der den Leser sicher durch Ihre gesamte Argumentation führt.
Die drei säulen einer überzeugenden einleitung
Diese Tabelle fasst die zentralen Funktionen zusammen, die jede Einleitung erfüllen muss, um den Leser effektiv in die Thematik einzuführen und die wissenschaftliche Relevanz der Arbeit zu begründen.
| Säule | Zweck | Ergebnis für den Leser |
|---|---|---|
| Hinführung | Neugier wecken und das Thema verständlich machen. | Der Leser versteht das Thema und erkennt seine Relevanz. |
| Kontextualisierung | Den Forschungsstand aufzeigen und die Forschungslücke identifizieren. | Der Leser begreift, warum diese spezifische Arbeit notwendig ist. |
| Strukturierung | Den "Fahrplan" der Arbeit (Forschungsfrage, Methode, Aufbau) vorstellen. | Der Leser weiß genau, was ihn erwartet und wie die Argumentation aufgebaut ist. |
Jede dieser Säulen ist unerlässlich, um von Anfang an Vertrauen und Interesse aufzubauen.
Gerade im akademischen Wettbewerb ist dieser erste Eindruck Gold wert. Die Zahl der Tenure-Track-Professuren in Deutschland hat sich zwischen 2018 und 2022 auf 1.336 Stellen verdoppelt, was den Druck auf Nachwuchswissenschaftler erhöht, ihre Forschung von Beginn an überzeugend zu präsentieren. Eine starke Einleitung kann hier den entscheidenden Unterschied ausmachen. Wer sich für die Hintergründe interessiert, findet im BuWiK 2025-Bericht spannende Einblicke. Jeder Baustein, den wir im Folgenden besprechen, hilft Ihnen dabei, diesen professionellen ersten Eindruck zu hinterlassen und den Erfolg Ihrer Arbeit zu sichern.
Die logische struktur einer gelungenen einleitung
Eine richtig gute Einleitung für eine wissenschaftliche Arbeit schreibt sich nicht von allein – sie folgt einer klaren Dramaturgie. Man kann sich das Ganze wie einen Trichter vorstellen: Sie starten ganz breit, um jeden Leser ins Thema zu holen, und werden dann Schritt für Schritt spezifischer, bis Sie zielsicher beim Kern Ihrer Forschung landen. Diese Herangehensweise ist kein Selbstzweck; sie sorgt dafür, dass Ihre Argumentation für jeden nachvollziehbar wird und die Notwendigkeit Ihrer Arbeit sich ganz natürlich aus dem Kontext ergibt.
Jeder Baustein der Einleitung hat dabei seinen festen Platz. Der Einstieg soll neugierig machen, der Forschungsstand den nötigen Kontext liefern, die Forschungslücke Ihre Arbeit rechtfertigen und die Forschungsfrage das Ziel klar abstecken. Die Methodik schafft Vertrauen, und der Ausblick auf den Aufbau der Arbeit dient als praktischer Wegweiser. Wenn all diese Teile sauber ineinandergreifen, entsteht dieser berühmte rote Faden, dem Ihr Betreuer und jeder andere Leser mühelos folgen kann.
Vom allgemeinen zum spezifischen: der einstieg
Der erste Absatz ist Ihr Köder. Er muss den Leser packen und Ihr Thema in einen größeren, greifbaren Kontext stellen. Bitte bloß keine abgedroschenen Floskeln wie „Schon seit jeher...“ oder „In der heutigen Zeit...“. Wählen Sie stattdessen einen konkreten, spannenden Aufhänger.
Das könnte zum Beispiel sein:
- Eine überraschende Statistik, die das Ausmaß eines Problems schlagartig verdeutlicht.
- Ein aktuelles Ereignis aus den Nachrichten, das zeigt, warum Ihr Thema gerade jetzt alle angeht.
- Ein provokantes Zitat von einem bekannten Experten, das eine Debatte eröffnet.
Das Ziel ist, von der ersten Zeile an klarzumachen: Dieses Thema ist relevant. Von diesem allgemeinen Startpunkt zoomen Sie dann langsam näher an Ihr spezifisches Forschungsfeld heran. So schaffen Sie eine elegante Brücke zum nächsten Abschnitt.
Den forschungsstand aufzeigen und die lücke finden
Nachdem die Aufmerksamkeit gesichert ist, müssen Sie Ihre Arbeit im wissenschaftlichen Gespräch verorten. An dieser Stelle fassen Sie den aktuellen Forschungsstand kurz und knackig zusammen. Es geht nicht darum, eine endlose Liste von Studien herunterzubeten. Skizzieren Sie stattdessen die wichtigsten Erkenntnisse, die zentralen Theorien und die vorherrschenden Debatten.
Sie beantworten hier im Grunde die Frage: Was wissen wir bereits über dieses Thema? Wichtig ist dabei, nicht nur nachzuerzählen, sondern eine kritische Haltung einzunehmen. Sie bewerten und verbinden die bisherigen Erkenntnisse. Und genau daraus leiten Sie den entscheidenden Punkt ab: die Forschungslücke.
Die Forschungslücke ist der Dreh- und Angelpunkt Ihrer Einleitung. Sie ist die argumentative Brücke, die vom Bekannten zum Unbekannten führt und damit die Existenzberechtigung Ihrer gesamten Arbeit begründet.
So eine Lücke kann vieles sein: ein Widerspruch in früheren Ergebnissen, ein Aspekt, den bisher alle übersehen haben, oder eine ganz neue Frage, die sich durch aktuelle Entwicklungen stellt. Indem Sie diese Lücke präzise benennen, schaffen Sie die perfekte Überleitung zu Ihrem eigenen Forschungsvorhaben.
Die folgende Grafik veranschaulicht diesen Trichterprozess sehr schön – von der breiten Einführung über die Kontextualisierung bis hin zur fokussierten Forschungsagenda.

Man sieht hier deutlich, wie jeder Schritt logisch auf dem vorherigen aufbaut und den Leser so ganz gezielt zum Kernpunkt der Arbeit führt.
Forschungsfrage, ziel und methode vorstellen
Aus der Lücke, die Sie gerade identifiziert haben, ergibt sich Ihre Forschungsfrage fast wie von selbst. Formulieren Sie sie so präzise, klar und unmissverständlich wie möglich. Sie ist das Herz Ihrer Arbeit und das zentrale Versprechen, das Sie im Hauptteil einlösen werden.
Direkt danach formulieren Sie Ihre Zielsetzung. Was genau wollen Sie mit der Beantwortung dieser Frage eigentlich erreichen? Geht es darum, ein Phänomen zu beschreiben, eine Theorie zu testen, einen Zusammenhang aufzudecken oder vielleicht sogar eine praktische Lösung zu entwickeln?
Anschließend geben Sie einen kurzen Einblick in Ihre methodische Vorgehensweise. Erklären Sie in ein, zwei Sätzen, wie Sie Ihre Forschungsfrage beantworten werden. Führen Sie eine Literaturanalyse durch, eine quantitative Umfrage, qualitative Interviews oder ein Experiment? Diese Transparenz ist entscheidend, denn sie schafft Vertrauen in Ihre wissenschaftliche Arbeitsweise.
Den aufbau der arbeit skizzieren
Den Abschluss Ihrer Einleitung bildet ein kurzer Überblick über die Gliederung Ihrer Arbeit. Man kann sich diesen Teil wie ein „Inhaltsverzeichnis in Prosaform“ vorstellen. Führen Sie den Leser kurz durch die kommenden Kapitel und erklären Sie, welche Funktion jedes einzelne erfüllt.
Dieser kleine Fahrplan ist für den Leser Gold wert, denn er hilft enorm bei der Orientierung und zeigt, dass Sie sich einen klaren Plan zurechtgelegt haben. Wenn Sie bei der Anordnung der Kapitel noch unsicher sind, finden Sie in unserem Artikel zur Gliederung einer Seminararbeit wertvolle Tipps, die sich problemlos auch auf Bachelor- oder Masterarbeiten übertragen lassen. So stellen Sie sicher, dass Ihre Einleitung nicht nur inhaltlich, sondern auch strukturell absolut überzeugt.
Formulierungen, die Ihre Einleitung zum Leben erwecken
Die Theorie zur perfekten Einleitung einer wissenschaftlichen Arbeit zu kennen, ist die eine Seite der Medaille. Die andere, oft viel kniffligere, ist es, die richtigen Worte zu finden, um diese Theorie auch mit Leben zu füllen. Sehen Sie diesen Abschnitt als Ihren persönlichen Werkzeugkasten – voll mit Formulierungsbeispielen, die wissenschaftlichen Anspruch mit guter Lesbarkeit verbinden.
Diese Satzbausteine sind kein starres Korsett, sondern ein flexibles Gerüst. Passen Sie sie einfach an Ihr spezifisches Thema an.

So überwinden Sie das gefürchtete leere Blatt und geben Ihrem Text von Anfang an einen professionellen und sicheren Ton.
Der Einstieg, der Neugier weckt
Der erste Satz hat eine enorme Macht. Er entscheidet oft darüber, ob Ihr Leser gedanklich dranbleibt oder abschaltet. Vergessen Sie daher allgemeine Phrasen und starten Sie direkt mit einem konkreten Haken, der Ihr Thema sofort greifbar macht.
Problemorientiert einsteigen:
- „Die fortschreitende Urbanisierung stellt Städte vor massive Herausforderungen, insbesondere im Bereich der urbanen Mobilität.“
- „In der hitzigen Debatte um künstliche Intelligenz gerät die ethische Dimension der Algorithmen oft in den Hintergrund.“
Mit einer Statistik oder einem Fakt überraschen:
- „Jüngste Studien zeigen, dass über 40 % der Kleinunternehmen in den ersten fünf Jahren scheitern. Das wirft unweigerlich die Frage nach den entscheidenden Erfolgsfaktoren auf.“
Ein solcher Start signalisiert sofort Relevanz und platziert Ihr Thema mitten im aktuellen Diskurs.
Den Forschungsstand elegant zusammenfassen
Nachdem Sie die Aufmerksamkeit haben, müssen Sie Ihre Arbeit im wissenschaftlichen Kontext verankern. Die Kunst besteht darin, elegant den Bogen von bereits bekannten Erkenntnissen zu der Frage zu spannen, die noch offen ist.
- „Die bisherige Forschung konzentrierte sich vornehmlich auf die technischen Aspekte von ...“
- „In der Fachliteratur herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass ...“
- „Während zahlreiche Studien die ökonomischen Folgen von X beleuchtet haben, wurde die psychologische Wirkung auf Y bislang kaum systematisch untersucht.“
- „Die grundlegenden Arbeiten von Müller (2021) sowie Schmidt (2022) bilden das theoretische Fundament, auf dem diese Untersuchung aufbaut.“
Solche Formulierungen helfen Ihnen dabei, den Forschungsstand nicht nur abzuarbeiten, sondern ihn kritisch zu bewerten. Damit bereiten Sie ganz natürlich die Bühne für Ihre eigene Untersuchung.
Der Trick ist, die Forschungslücke als logische Konsequenz aus dem bisherigen Diskurs erscheinen zu lassen. Es ist kein Zufall, dass Sie dieses Thema bearbeiten – es ist eine wissenschaftliche Notwendigkeit.
Forschungsfrage und Zielsetzung präzise auf den Punkt bringen
Jetzt kommen wir zum Herzstück Ihrer Einleitung. An dieser Stelle müssen Sie absolut unmissverständlich formulieren, was genau Sie untersuchen und was Sie am Ende herausfinden wollen.
Für die Forschungsfrage:
- „Aus dieser Forschungslücke leitet sich die folgende zentrale Forschungsfrage ab: ...?“
- „Diese Arbeit geht daher der Frage nach, in welchem Maße ...“
- „Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, welche Faktoren ... maßgeblich beeinflussen.“
Für die Zielsetzung:
- „Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Mechanismen hinter ... detailliert zu analysieren und kritisch zu bewerten.“
- „Ziel ist es, ein tiefergehendes Verständnis für die Zusammenhänge zwischen ... und ... zu entwickeln.“
- „Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen Beitrag zur Schließung der genannten Forschungslücke zu leisten, indem ...“
Diese präzisen Formulierungen lassen keinen Raum für Spekulationen und signalisieren Ihrem Betreuer sofort, dass Sie Ihr Vorhaben klar durchdacht haben.
Methode und Aufbau transparent machen
Geben Sie Ihrem Leser zum Abschluss eine kurze Orientierungshilfe an die Hand. Ein kurzer Ausblick auf Ihr Vorgehen schafft Vertrauen und erleichtert das Verständnis.
- „Um diese Frage zu beantworten, wird eine qualitative Inhaltsanalyse von Experteninterviews durchgeführt.“
- „Die methodische Grundlage dieser Arbeit bildet eine systematische Literaturrecherche nach etablierten Standards.“
- „Das folgende Kapitel widmet sich zunächst der theoretischen Fundierung, bevor in Kapitel drei die empirische Analyse vorgestellt und diskutiert wird.“
Gerade in einem globalisierten Wissenschaftsbetrieb gewinnt die Verortung der eigenen Forschung im internationalen Kontext an Bedeutung. Der Bericht „Wissenschaft weltoffen 2025“ des DAAD zeigt, dass 11,8 % der Studierenden in Deutschland international sind – ein Beleg für die wachsende Relevanz globaler Perspektiven. Eine gut formulierte Einleitung kann solche Daten nutzen, um die Bedeutung der eigenen Arbeit zu untermauern. Tiefere Einblicke in diese Entwicklungen im deutschen Hochschulraum finden Sie hier.
Mit diesem Werkzeugkasten sind Sie bestens gerüstet, um eine Einleitung zu schreiben, die von Anfang an überzeugt.
Häufige Fehler in der Einleitung – und wie Sie sie vermeiden
Selbst die beste Forschungsidee verliert an Überzeugungskraft, wenn die Einleitung einer wissenschaftlichen Arbeit die typischen Schwächen aufweist. Die gute Nachricht ist aber: Diese Fehler sind absolut vermeidbar, wenn man weiß, worauf man achten muss. Es geht darum, die klassischen Fallstricke zu erkennen, bevor der Rotstift des Betreuers sie findet.
Einer der häufigsten Fehler ist, die Ergebnisse schon in der Einleitung vorwegzunehmen. Ihre Einleitung soll neugierig machen und das Spielfeld abstecken, aber sie darf niemals die Pointe verraten. Stellen Sie es sich wie bei einem Krimi vor: Wenn Sie gleich zu Beginn erfahren, wer der Mörder ist, ist die ganze Spannung dahin.
Zu vage Formulierungen und ein schwammiger Fokus
Viele Einleitungen scheitern an zu allgemeinen oder unklaren Aussagen. Phrasen wie „Seit jeher beschäftigt sich die Menschheit mit…“ oder „Das Thema ist von großer Bedeutung“ sind leere Worthülsen, die keinen wissenschaftlichen Mehrwert bieten. Jede Aussage muss stattdessen präzise sein und den Leser direkt zur Ihrer Forschungslücke führen.
Achten Sie besonders auf diese Schwachstellen:
- Fehlende Forschungslücke: Wenn nicht glasklar wird, warum genau Ihre Arbeit gebraucht wird, fehlt dem gesamten Projekt die Legitimation.
- Unklarer Aufbau: Die einzelnen Elemente – Problemstellung, Forschungsstand, Ziel – wirken oft nur aneinandergereiht, anstatt eine logische, schlüssige Argumentation zu bilden.
- Kein Hinweis zur Methodik: Es reicht nicht, zu sagen, was Sie untersuchen wollen. Genauso wichtig ist, kurz anzureißen, wie Sie dabei vorgehen werden.
Die Relevanz einer Arbeit lässt sich oft hervorragend mit aktuellen Daten untermauern. Beispielsweise ist es für Wissenschaftler zunehmend wichtig, den Arbeitsmarktbezug zu betonen, da der Beschäftigungszuwachs nach Corona seinen Höhepunkt überschritten hat. Im 3. Quartal 2025 waren rund 46,0 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig. Eine starke Einleitung, die solche Zahlen nutzt, signalisiert sofort gesellschaftliche Relevanz und steigert die Plausibilität Ihres Vorhabens. Weitere Einblicke in die Arbeitsmarktentwicklung finden Sie bei Destatis.
Mangelnde Quellenarbeit von Anfang an
Ein weiterer kritischer Punkt betrifft die Quellenarbeit. Schon in der Einleitung müssen alle Fakten und Verweise auf den Forschungsstand sauber belegt werden. Ein nachlässiger Umgang mit Zitaten wirft direkt auf den ersten Seiten ein schlechtes Licht auf Ihre wissenschaftliche Arbeitsweise.
Jeder Verweis auf bestehende Forschung muss korrekt zitiert werden. Das ist kein optionales Extra, sondern ein Grundpfeiler wissenschaftlicher Redlichkeit, der bereits in der Einleitung sichtbar sein muss.
Jede Behauptung über den aktuellen Stand der Forschung muss durch eine Quelle gestützt werden. Das zeigt nicht nur, dass Sie die relevante Literatur kennen, sondern beweist auch, dass Sie sauber arbeiten. Falls Sie bei der korrekten Zitierweise unsicher sind, bietet unser Leitfaden zum richtigen Zitieren wertvolle Unterstützung.
Indem Sie diese häufigen Fehler vermeiden, stellen Sie sicher, dass Ihre Einleitung einen professionellen Eindruck macht und den Leser von der Notwendigkeit Ihrer Forschung überzeugt. So legen Sie eine solide Grundlage für den Rest Ihrer Arbeit und hinterlassen einen starken ersten Eindruck, der für die Gesamtbewertung entscheidend sein kann.
Die finale checkliste für eine überzeugende einleitung
Sie haben Ihre Einleitung fertiggestellt? Perfekt. Bevor Sie sich aber entspannt zurücklehnen und sie als abgeschlossen betrachten, sollten Sie ihr den letzten Schliff verpassen. Stellen Sie sich diese Checkliste als Ihr persönliches Sicherheitsnetz vor – ein letzter, kritischer Blick, der sicherstellt, dass Sie wirklich an alles gedacht haben und einen tadellosen ersten Eindruck hinterlassen.

Nehmen Sie sich diese paar Minuten. Erfahrungsgemäß sind es oft nur kleine Anpassungen, die aus einer guten eine wirklich exzellente Einleitung machen.
Die entscheidenden prüfpunkte
Gehen Sie Ihre Einleitung noch einmal durch und haken Sie die folgenden Punkte gedanklich ab. Haben Sie wirklich an alles gedacht?
- Packt der erste Satz? Der Einstieg muss sitzen. Führt er direkt ins Thema und macht neugierig, oder beginnen Sie noch mit einer abgedroschenen Phrase?
- Ist die Relevanz sonnenklar? Man muss sofort verstehen, warum Ihre Arbeit wichtig ist. Zeigen Sie den aktuellen Bezug, knüpfen Sie an eine wissenschaftliche Debatte an oder verdeutlichen Sie den praktischen Nutzen.
- Ist die Forschungslücke präzise umrissen? Es muss unmissverständlich klar werden, was die bisherige Forschung offengelassen hat und wo genau Ihre Arbeit ansetzt, um diese Lücke zu schließen.
- Steht die Forschungsfrage unübersehbar im Raum? Ihre zentrale Frage sollte als einzelner, prägnanter Fragesatz formuliert sein. Sie ist das Herzstück Ihrer Arbeit – verstecken Sie sie nicht.
- Ist die Methode kurz skizziert? Erklären Sie in ein, zwei Sätzen, wie Sie Ihre Frage beantworten werden. Reicht eine Literaturanalyse, führen Sie Interviews oder starten Sie ein Experiment?
- Gibt es einen klaren Fahrplan? Ein kurzer Ausblick auf den Aufbau der Kapitel hilft Lesenden enorm bei der Orientierung und signalisiert eine durchdachte Struktur.
Mein persönlicher Tipp aus der Praxis: Schreiben Sie die endgültige Fassung Ihrer Einleitung immer erst ganz zum Schluss. Erst wenn Hauptteil und Fazit stehen, wissen Sie wirklich, was Ihre Arbeit leistet. So vermeiden Sie, etwas zu versprechen, was Sie am Ende nicht halten können.
Balance und tempus als feinschliff
Zwei Dinge verraten oft, ob eine Einleitung wirklich durchdacht ist: die richtige Balance der Inhalte und die passende Zeitform.
Ihre Einleitung muss detailliert genug sein, um den Rahmen abzustecken, aber kompakt genug, um nicht zu ermüden. Verlieren Sie sich also nicht in einer ausufernden Darstellung des Forschungsstands. Konzentrieren Sie sich auf die Literatur, die direkt zu Ihrer Forschungslücke hinführt – alles andere gehört in den Hauptteil.
Achten Sie auch auf das richtige Tempus. In der Einleitung dominiert fast immer das Präsens. Es signalisiert Allgemeingültigkeit und Aktualität, zum Beispiel wenn Sie den Forschungsstand beschreiben („Die Forschung zeigt, dass…“) oder Ihre eigene Arbeit vorstellen („Diese Arbeit untersucht…“). Um auf spezifische, abgeschlossene Studien zu verweisen, eignet sich hingegen das Perfekt („Müller (2021) hat nachgewiesen, dass…“).
Eine saubere Quellenarbeit ist von Anfang an das A und O. Falls Sie sich in der frühen Phase Ihrer Recherche noch unsicher fühlen, gibt Ihnen unser Ratgeber wertvolle Tipps, wie Sie wissenschaftliche Quellen finden und bewerten.
Wenn Sie all diese Punkte abhaken können, ist Ihre Einleitung bereit, jeden Betreuer zu überzeugen.
Fragen und Antworten zur Einleitung
Hier klären wir die Fragen, die beim Schreiben der Einleitung immer wieder auftauchen. Diese Antworten kommen direkt aus der Praxis und sollen Ihnen die letzten Unsicherheiten nehmen, damit der Start Ihrer Arbeit auf jeden Fall gelingt.
Wie lang sollte die Einleitung sein?
Eine starre Seitenvorgabe gibt es zum Glück nicht, aber eine einfache Faustregel hat sich über die Jahre bewährt und gibt eine gute Orientierung.
Peilen Sie etwa 5 % bis 10 % des Gesamtumfangs Ihrer Arbeit an. Das bedeutet für eine 60-seitige Bachelorarbeit zum Beispiel drei bis sechs Seiten.
Viel entscheidender als die exakte Länge ist aber, dass alle wichtigen Bausteine drin sind – also die Hinführung zum Thema, die Forschungslücke, Ihre Fragestellung, die Methode und der Gliederungsüberblick.
Mein Tipp: Schreiben Sie lieber prägnant. Jeder Satz sollte sitzen und eine klare Funktion haben. Vermeiden Sie es, den Leser schon am Anfang mit Details zu überladen, die erst später wichtig werden.
In welcher Zeitform schreibe ich die Einleitung?
Die richtige Zeitform zu treffen, ist für den wissenschaftlichen Ton Ihrer Arbeit enorm wichtig. Hier gibt es eine klare Empfehlung.
Bleiben Sie hauptsächlich im Präsens. Diese Zeitform signalisiert, dass Ihre Aussagen allgemeingültig und aktuell sind. Das gilt sowohl für die Beschreibung des Forschungsstands („Die Literatur zeigt, dass …“) als auch für die Vorstellung Ihrer eigenen Untersuchung („Diese Arbeit untersucht …“).
Das Perfekt holen Sie dann hervor, wenn Sie sich auf eine ganz konkrete, abgeschlossene Studie beziehen, zum Beispiel so: „Müller (2020) hat nachgewiesen, dass …“. Das Futur hingegen werden Sie so gut wie nie brauchen. Auch den Aufbau Ihrer Arbeit stellen Sie im Präsens vor: „Das zweite Kapitel analysiert …“.
Darf ich in der Einleitung schon Quellen zitieren?
Unbedingt! Das ist nicht nur erlaubt, sondern ein absolutes Muss. Gerade wenn Sie den aktuellen Forschungsstand skizzieren, müssen Sie die Schlüsselwerke Ihres Fachgebiets anführen und korrekt zitieren.
Das Zitieren in der Einleitung ist kein optionales Extra, sondern ein Beleg für Ihre wissenschaftliche Sorgfalt. Es zeigt, dass Sie die relevante Literatur kennen und Ihre eigene Arbeit fundiert in den wissenschaftlichen Diskurs einordnen können.
Damit beweisen Sie vom ersten Satz an, dass Sie sich tief in Ihr Thema eingearbeitet haben.
Passen Sie aber auf, dass Sie nicht einfach nur Namen und Jahreszahlen aneinanderreihen. Viel besser ist es, die zentralen Erkenntnisse anderer Autoren zusammenzufassen und daraus argumentativ die Forschungslücke abzuleiten. So wird Ihre Einleitung nicht nur informativ, sondern richtig überzeugend.
Die Suche nach den richtigen Quellen und das korrekte Zitieren können einen manchmal zur Verzweiflung bringen. KalemiFlow kann Ihnen hier eine Menge Arbeit abnehmen, indem es Ihnen den Zugang zu Millionen wissenschaftlicher Dokumente öffnet und Zitate präzise für Sie erstellt. So bleibt mehr Zeit für das Wesentliche: das Schreiben. Probieren Sie es einfach mal aus auf https://kalemiflow.de.