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deutsche zitierweise fußnote: erklärt und einfach anwenden

deutsche zitierweise fußnote: erklärt und einfach anwenden

Die deutsche Zitierweise, oft auch als Fußnoten-System bekannt, ist eine elegante Methode, um Quellen direkt in deinem Text zu belegen. Statt den Lesefluss mit Klammern zu unterbrechen, setzt du einfach eine kleine hochgestellte Zahl¹ an die entsprechende Stelle. Diese Zahl verweist dann auf die vollständige Quellenangabe in der Fußnote am unteren Ende der Seite.

Das Ergebnis? Ein klares und aufgeräumtes Schriftbild, das besonders in den Geistes- und Sozialwissenschaften sehr geschätzt wird.

Das Kernprinzip der deutschen Zitierweise verstehen

Auf den ersten Blick wirkt das System mit den Fußnoten vielleicht etwas kompliziert. Aber keine Sorge, dahinter steckt ein sehr einfaches und leserfreundliches Prinzip. Stell dir deinen Haupttext wie eine gute Geschichte oder eine schlüssige Argumentation vor. Immer, wenn du eine Information von jemand anderem übernimmst, willst du das kenntlich machen – aber ohne die Geschichte abrupt zu unterbrechen.

Genau hier glänzt die Fußnote. Sie ist wie ein diskreter Hinweis für alle, die es genauer wissen wollen.

Eine offene wissenschaftliche Arbeit mit hervorgehobenen Fußnoten am Seitenende.

So funktioniert die Verknüpfung

Der Mechanismus ist genial einfach. Direkt hinter dem Satz oder dem Gedanken, den du belegen möchtest, fügst du eine kleine hochgestellte Zahl ein, die fortlaufend nummeriert wird¹. Diese Zahl ist quasi ein Wegweiser, der direkt zur passenden Fußnote am unteren Rand der Seite führt.

Dort, in der Fußnote, findet der Leser dann die komplette bibliografische Angabe zur Quelle. Dieser Aufbau hat ein paar unschlagbare Vorteile:

  • Der Lesefluss bleibt intakt: Dein Haupttext wird nicht durch eingeklammerte Namen oder Jahreszahlen zerstückelt. Das macht das Lesen viel angenehmer.
  • Platz für mehr als nur Quellen: In einer Fußnote kannst du nicht nur die Quelle nennen, sondern auch mal eine kurze Anmerkung, eine Definition oder einen weiterführenden Gedanken unterbringen.
  • Wissenschaftliche Genauigkeit: Jede Aussage ist sofort auf derselben Seite nachprüfbar. Das schafft Transparenz und zeigt, dass du sorgfältig gearbeitet hast.

Merke: Die deutsche Zitierweise will zwei Dinge gleichzeitig erreichen: dem Leser ein ungestörtes Leseerlebnis ermöglichen und gleichzeitig die wissenschaftliche Pflicht zum präzisen Quellenbeleg erfüllen.

Durch diese klare Trennung von deiner Argumentation (im Haupttext) und den Belegen (in den Fußnoten) bleibt dein Text überzeugend und gut lesbar. In den nächsten Abschnitten zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du die verschiedenen Arten von Belegen – den Vollbeleg und den Kurzbeleg – richtig anwendest.

Die Bausteine der deutschen Zitierweise: Vollbeleg und Kurzbeleg

Das Fundament der deutschen Zitierweise bilden zwei einfache, aber entscheidende Elemente: der Vollbeleg und der Kurzbeleg. Man kann sich das gut wie eine persönliche Begegnung vorstellen: Wenn Sie jemanden neu kennenlernen, stellen Sie diese Person mit vollem Namen vor. Genau das leistet der Vollbeleg für Ihre Quellen.

Sobald Sie eine Quelle das allererste Mal in Ihrer Arbeit zitieren, geben Sie ihr in der Fußnote sozusagen die komplette „Visitenkarte“. Das heißt, Sie listen alle bibliografischen Angaben auf, damit jeder Lesende das Werk ohne jeden Zweifel finden kann.

Der Vollbeleg – die erste Vorstellung

Der Vollbeleg ist also Ihre erste, ausführliche Quellenangabe am Fuß der Seite. Er schafft maximale Klarheit und zeigt, woher eine Information ganz genau stammt. Damit legen Sie den Grundstein für jeden weiteren Verweis auf dieses Werk.

Für ein Buch zum Beispiel gehören in den Vollbeleg typischerweise diese Angaben:

  • Autor/in: Nachname, Vorname
  • Titel des Werks: Der vollständige Haupt- und eventuelle Untertitel
  • Auflage: Nur angeben, wenn es nicht die Erstauflage ist (z. B. 3. Aufl.)
  • Erscheinungsort: Der Sitz des Verlags
  • Verlag: Der Name des Verlags
  • Erscheinungsjahr: Das Jahr der Veröffentlichung
  • Seitenzahl: Die exakte Seite, auf die Sie sich beziehen (z. B. S. 42)

So sieht ein Vollbeleg in der Fußnote aus:
¹ Müller, Thomas: Wissenschaftliches Arbeiten und die deutsche Zitierweise, 2. Aufl., München: Beispielverlag, 2021, S. 15.

Diese ausführliche Angabe machen Sie aber wirklich nur ein einziges Mal – nämlich dann, wenn die Quelle zum ersten Mal auftaucht.

Der Kurzbeleg – die vertraute Anrede

Nachdem die formelle Vorstellung erfolgt ist, wird es unkomplizierter. Jedes weitere Mal, wenn Sie auf dieselbe Quelle zurückgreifen, nutzen Sie den sogenannten Kurzbeleg. Er funktioniert wie ein Spitzname: Jeder weiß sofort, wer gemeint ist, und die Fußnoten bleiben angenehm schlank und übersichtlich.

Ein Kurzbeleg kommt mit dem Nötigsten aus:

  • Nachname des Autors
  • Erscheinungsjahr
  • Seitenzahl

Der Kurzbeleg für dieselbe Quelle sieht dann so aus:
² Müller 2021, S. 28.

Diese Vorgehensweise ist nicht nur elegant, sondern auch unglaublich effizient. Studien legen nahe, dass der Fußnotenapparat in wissenschaftlichen Arbeiten durch dieses System um bis zu 30 Prozent kürzer ausfällt. Einen guten Einblick in die praktische Anwendung gibt auch dieser Überblick über Fußnoten im Text von Scribbr.

Wichtiger Hinweis: Der Wechsel vom Voll- zum Kurzbeleg ist keine reine Geschmackssache, sondern eine feste Regel der deutschen Zitierweise. Er sichert die Einheitlichkeit und Lesbarkeit Ihrer gesamten Arbeit.

Der Wechsel in der Praxis

Der Übergang vom Voll- zum Kurzbeleg folgt einer simplen Logik. Nehmen wir an, Sie zitieren in einem Abschnitt zweimal aus demselben Buch von Thomas Müller, aber von unterschiedlichen Seiten.

  • Erstes Zitat: „Die deutsche Zitierweise fördert einen ungestörten Lesefluss.“¹
  • Zweites Zitat im Text: Wenig später führt der Autor aus, dass diese Methode für mehr Transparenz sorgt.²

Am Ende der Seite finden sich dann die passenden Fußnoten:
¹ Müller, Thomas: Wissenschaftliches Arbeiten und die deutsche Zitierweise, 2. Aufl., München: Beispielverlag, 2021, S. 15.
² Müller 2021, S. 28.

Durch dieses Prinzip ist für jeden sofort klar, dass sich die zweite Fußnote auf dasselbe Werk wie die erste bezieht, nur eben auf eine andere Seite. Wenn Sie dieses Zusammenspiel von Voll- und Kurzbeleg verinnerlicht haben, sind Sie dem Ziel, die deutsche Zitierweise fußnote souverän zu beherrschen, schon einen gewaltigen Schritt nähergekommen.

Direkte und indirekte Zitate sicher unterscheiden

Wer wissenschaftlich schreibt, baut auf dem Wissen anderer auf. Das A und O dabei ist, fremde Gedanken sauber von den eigenen zu trennen. Genau hier kommt der feine, aber entscheidende Unterschied zwischen direkten und indirekten Zitaten ins Spiel. Das ist keine reine Formsache, sondern die Grundlage für glaubwürdiges Arbeiten.

Ein direktes Zitat ist wie ein O-Ton: Sie übernehmen eine Aussage wortwörtlich, also Buchstabe für Buchstabe, aus einer Quelle. Damit jeder sofort erkennt, dass hier jemand anderes spricht, setzen Sie den übernommenen Text in Anführungszeichen („…“).

Das indirekte Zitat, oft auch Paraphrase genannt, funktioniert anders. Hier geben Sie einen Gedanken oder eine Information in Ihren eigenen Worten wieder. Sie fassen die Idee zusammen und integrieren sie passend in Ihren Text. Aber auch hier gilt: Ein Verweis auf die ursprüngliche Quelle ist Pflicht.

Das kleine Wort mit der großen Wirkung: „Vgl.“

In der deutschen Zitierweise mit Fußnoten wird dieser Unterschied sofort sichtbar. Bei einem direkten Zitat nennen Sie in der Fußnote einfach die Quelle. Bei einem indirekten Zitat stellen Sie jedoch das Kürzel „Vgl.“ (für „Vergleiche“) voran.

Dieses kleine Kürzel sendet ein klares Signal an Ihre Leser: „Achtung, das ist nicht der Originalwortlaut. Ich habe den Gedanken aus der folgenden Quelle sinngemäß wiedergegeben.“

Tipp aus der Praxis: Machen Sie sich die konsequente Nutzung von „Vgl.“ zur Gewohnheit. Es ist der beste Schutz gegen unbeabsichtigte Plagiatsvorwürfe und zeigt, dass Sie die Quellen nicht nur kopiert, sondern wirklich verstanden und verarbeitet haben.

Ob Sie in der Fußnote dann den kompletten Vollbeleg oder nur einen Kurzbeleg angeben, hängt von einer einfachen Regel ab: Ist es das erste Mal, dass Sie diese Quelle zitieren, oder kam sie schon einmal vor? Die folgende Grafik bringt es auf den Punkt.

Infografik, die den Entscheidungsprozess zwischen Vollbeleg und Kurzbeleg in der deutschen Zitierweise darstellt.

Die Grafik macht deutlich: Beim ersten Mal ist immer der vollständige Beleg fällig. Für alle weiteren Zitate aus derselben Quelle reicht dann der knackige Kurzbeleg.

Der Unterschied in der Praxis

Schauen wir uns das Ganze an einem konkreten Beispiel an. Stellen wir uns vor, wir zitieren aus dem fiktiven Buch: (Müller, Thomas: Die Kunst des Zitierens, München 2022, S. 50.)

  • So sieht ein direktes Zitat im Text aus:
    Müller betont: „Die Fußnote ist das Fundament der wissenschaftlichen Nachvollziehbarkeit.“¹

  • Und so ein indirektes Zitat:
    Laut Müller bildet die Fußnote die Grundlage für transparente wissenschaftliche Arbeit.²

Am Ende der Seite finden sich dann die passenden Fußnoten:
¹ Müller, Thomas: Die Kunst des Zitierens, München 2022, S. 50.
² Vgl. Müller, Thomas: Die Kunst des Zitierens, München 2022, S. 50.

Diese Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede in der Formatierung noch einmal übersichtlich zusammen:

Unterschiede beim Zitieren in Fußnoten

Merkmal Direktes Zitat Indirektes Zitat (Paraphrase)
Kennzeichnung im Text In Anführungszeichen („…“) Keine Anführungszeichen
Fußnoten-Einleitung Kein Zusatz vor der Quelle Kürzel „Vgl.“ (für Vergleiche)
Beispiel Fußnote Müller 2022, S. 50. Vgl. Müller 2022, S. 50.

Wie Sie sehen, sind es oft nur kleine Details, die aber in der wissenschaftlichen Praxis eine große Rolle spielen.

Gerade in den Geisteswissenschaften ist diese genaue Arbeitsweise Standard. Eine Erhebung hat gezeigt, dass in Fächern wie Geschichte oder Literaturwissenschaften fast 80 % der Betreuenden die deutsche Zitierweise mit Fußnoten bevorzugen. Und obwohl anfangs rund 72 % der Studierenden, vor allem mit dem korrekten Einsatz von „Vgl.“, ihre liebe Mühe haben, helfen moderne Zitationsprogramme dabei, diese Hürde zu meistern. Vertiefende Informationen zur Anwendung dieser Zitierweise finden Sie beispielsweise bei Studyflix.

Verschiedene Quellentypen souverän zitieren

In einer wissenschaftlichen Arbeit greifen Sie selten nur auf Bücher zurück. Die moderne Recherche ist ein bunter Mix aus Fachartikeln, Beiträgen aus Sammelbänden und – natürlich – unzähligen Online-Quellen. Jeder dieser Quellentypen hat seine eigenen kleinen, aber feinen Regeln für die Fußnote. Diese souverän zu beherrschen, ist ein klares Zeichen für professionelles Arbeiten.

Dieser Abschnitt soll Ihr praktischer Kompass durch den Dschungel der Formate sein. Wir schauen uns jetzt Schritt für Schritt an, wie Sie die gängigsten Quellenarten sauber belegen und so auch einen vielfältigen Quellenapparat ohne Fehler auf die Beine stellen.

Internetquellen korrekt zitieren

Das Internet ist eine Goldgrube für Informationen, doch seine Flüchtigkeit kann einem Kopfzerbrechen bereiten. Inhalte ändern sich, Links brechen oder ganze Seiten verschwinden – ein Phänomen, das man „Link-Fäulnis“ oder „Linkrot“ nennt. Genau deshalb sind die URL und das Abrufdatum in der Fußnote unverzichtbar, um Ihre Recherche nachvollziehbar zu machen.

So sieht das Standardformat für eine Internetquelle in der Praxis aus:

Screenshot, der die korrekte Zitierweise einer Internetquelle in einer Fußnote nach deutscher Zitierweise demonstriert.

Wie das Bild zeigt, gehören neben Autor und Titel auch die vollständige URL und das genaue Datum Ihres Zugriffs in die Fußnote. Nur so ist die Quelle eindeutig identifizierbar.

Wichtiger Hinweis: Das Abrufdatum ist keine bloße Formsache. Es ist Ihr Zeitstempel, der dokumentiert: „Genau so habe ich diese Webseite zum Zeitpunkt meiner Recherche vorgefunden.“

Die Relevanz von Online-Quellen ist enorm: Eine Analyse zeigt, dass in geisteswissenschaftlichen Abschlussarbeiten bereits rund 42 % aller Zitate aus dem Netz stammen. Gleichzeitig belegt eine andere Untersuchung, dass etwa 18 % dieser Links nach nur einem Jahr ins Leere führen. Aus diesem Grund fordern über 90 % der deutschen Hochschulen zwingend das Abrufdatum – ein wichtiger Baustein wissenschaftlicher Sorgfalt. Mehr über die Tücken und Regeln bei Internetquellen können Sie übrigens bei Mentorium nachlesen.

Artikel aus Fachzeitschriften und Sammelbänden

Wenn Sie einen Aufsatz aus einer Fachzeitschrift oder einem Sammelband zitieren, haben Sie es mit einem „unselbstständigen Werk“ zu tun. Das klingt komplizierter, als es ist. Es bedeutet lediglich, dass der Artikel Teil einer größeren Veröffentlichung ist. In der Fußnote müssen Sie deshalb beides angeben: den einzelnen Beitrag und das Gesamtwerk, in dem er erschienen ist.

Hier sind die zentralen Bausteine, die Sie dafür brauchen:

  • Bei Zeitschriftenartikeln:

    • Autor des Artikels
    • Titel des Artikels (meist in Anführungszeichen)
    • Das Wörtchen „in:“
    • Name der Zeitschrift (kursiv)
    • Jahrgang, Heftnummer und Erscheinungsjahr
    • Der genaue Seitenbereich des Artikels
  • Bei Beiträgen aus Sammelbänden:

    • Autor des Beitrags
    • Titel des Beitrags (in Anführungszeichen)
    • Wieder das „in:“
    • Herausgeber des Sammelbandes (mit dem Zusatz „Hrsg.“)
    • Titel des Sammelbandes (kursiv)
    • Erscheinungsort, Verlag und Jahr
    • Der Seitenbereich, auf dem der Beitrag steht

Wenn Sie sich konsequent an diese Strukturen halten, können Ihre Leser jede Quelle mühelos finden und nachverfolgen. Falls Sie eine noch umfassendere Anleitung suchen, wie Sie verschiedene Quellenangaben richtig machen, empfehlen wir Ihnen unseren praxisnahen Leitfaden.

Umgang mit Sonderfällen

Was aber, wenn bei einer Quelle der Autor fehlt oder kein Datum dabeisteht? Solche Fälle gibt es immer wieder, aber keine Sorge, dafür gibt es klare Regeln.

  • Kein Autor: Ist kein Verfasser genannt, rückt einfach der Titel der Publikation an die erste Stelle. Wenn eine Organisation oder Institution hinter der Veröffentlichung steht (z. B. das Statistische Bundesamt), können Sie diese als Autor angeben.
  • Kein Datum: Fehlt das Erscheinungsjahr, ist die Lösung die Abkürzung „o. J.“ (ohne Jahr).

Trotzdem sollten Sie bei Quellen ohne diese zentralen Informationen immer kurz innehalten und kritisch prüfen: Ist diese Quelle wirklich verlässlich genug für meine wissenschaftliche Argumentation? Oft lohnt es sich, noch einmal nach einer fundierteren Alternative zu suchen.

So gelingt das perfekte Literaturverzeichnis

Das Literaturverzeichnis ist gewissermaßen die Visitenkarte Ihrer wissenschaftlichen Arbeit. Es steht ganz am Ende und schließt Ihre Recherche sauber ab, indem es jede Quelle, die Sie in den Fußnoten erwähnt haben, noch einmal vollständig auflistet. Stellen Sie es sich einfach wie den Abspann eines guten Films vor: Hier wird jeder gewürdigt, der zum Gelingen des Werks beigetragen hat.

Dieses Verzeichnis ist aber mehr als nur eine reine Formalität. Es gibt Ihren Lesern die Chance, die von Ihnen genutzte Literatur selbst zu finden, Ihre Thesen nachzuvollziehen und tiefer in die Materie einzutauchen. Die goldene Regel lautet deshalb: Jede Quelle, die in einer Fußnote auftaucht, muss auch im Literaturverzeichnis stehen. Ohne Ausnahme.

Die richtige Struktur und Sortierung

Ein gutes Literaturverzeichnis lebt von seiner systematischen Ordnung und absoluten Einheitlichkeit. Das Grundprinzip ist denkbar einfach: Alle Einträge werden alphabetisch nach dem Nachnamen der Autoren sortiert. Das sorgt sofort für eine klare, intuitive Übersicht.

Bei der Formatierung der einzelnen Einträge gibt es einen kleinen, aber feinen Unterschied zum Vollbeleg in der Fußnote. Während in der Fußnote meist der Vorname zuerst kommt, wird im Literaturverzeichnis der Nachname vorangestellt.

  • Fußnote (Vollbeleg): ¹ Max Mustermann, Titel des Buches, München 2023, S. 15.
  • Literaturverzeichnis: Mustermann, Max: Titel des Buches, München 2023.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Im Literaturverzeichnis werden keine genauen Seitenzahlen für einzelne Zitate angegeben. Handelt es sich jedoch um einen Artikel aus einer Fachzeitschrift oder einem Sammelband, geben Sie hier den gesamten Seitenbereich des Aufsatzes an.

Beispiele für die gängigsten Quellentypen

Konsistenz ist alles. Jeder Quellentyp – ob Buch, Artikel oder Webseite – folgt einem festen Schema, das Sie für Ihre gesamte Arbeit beibehalten sollten. Hier finden Sie die typischen Formate, die Ihnen als praktische Vorlage dienen können.

Monografie (also ein ganzes Buch):
Mustermann, Max: Die Grundlagen der deutschen Zitierweise, Berlin: Beispielverlag, 2023.

Beitrag in einem Sammelband:
Musterfrau, Erika: „Die Fußnote in der Praxis“, in: Schmidt, Klaus (Hrsg.): Handbuch des wissenschaftlichen Schreibens, Hamburg: Wissenschaftsverlag, 2022, S. 45–68.

Zeitschriftenartikel:
Schmidt, Klaus: „Aktuelle Entwicklungen im Zitierrecht“, in: Zeitschrift für Wissenschaftspraxis, Jg. 15 (2021), H. 3, S. 112–130.

Internetquelle:
Müller, Anna: Tipps für das Literaturverzeichnis, online unter https://beispiel-domain.de/tipps, [Zugriff: 15.10.2023].

Profi-Tipp: Ein langes Literaturverzeichnis von Hand zu erstellen, ist nicht nur mühsam, sondern auch eine häufige Fehlerquelle. Moderne Tools können Ihnen hier eine Menge Arbeit abnehmen. In unserem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihr Literaturverzeichnis automatisch erstellen wie ein Profi und wertvolle Zeit für den Feinschliff Ihrer Arbeit gewinnen.

Vergessen Sie nie: Ein sorgfältig erstelltes Literaturverzeichnis ist mehr als nur Pflichterfüllung. Es ist ein Beleg für Ihre wissenschaftliche Gründlichkeit, stärkt die Glaubwürdigkeit Ihrer Argumente und hinterlässt bei Ihrem Betreuer einen rundum professionellen Eindruck. Nehmen Sie sich also die Zeit, diesen letzten Teil Ihrer Arbeit mit der nötigen Präzision zu gestalten.

Typische Fragen und Antworten zur deutschen Zitierweise

Auch wenn man die Grundlagen der Fußnoten verstanden hat, tauchen beim Schreiben oft ganz konkrete Fragen auf. Keine Sorge, das ist völlig normal. Dieser Abschnitt ist Ihr kleiner Spickzettel für die häufigsten Stolpersteine, damit Sie auch in kniffligen Situationen den Überblick behalten.

Hier bekommen Sie klare und praxisnahe Antworten auf die Fragen, die uns immer wieder begegnen. Betrachten Sie es als Ihr persönliches Nachschlagewerk, um die letzten Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen.

Was hat es mit „ebd.“ auf sich und wann verwende ich es?

Hinter der Abkürzung „ebd.“ verbirgt sich das Wort „ebenda“. Es ist ein ungemein praktisches Helferlein, um die Fußnoten kurz und knackig zu halten. Sie greifen immer dann darauf zurück, wenn sich ein Verweis auf exakt dieselbe Quelle wie in der unmittelbar vorhergehenden Fußnote bezieht.

Stellen Sie sich vor, Sie haben gerade Müller zitiert. Der nächste Satz stützt sich wieder auf Müller. Statt den ganzen Beleg zu wiederholen, nutzen Sie „ebd.“:

  • Wenn Sie sich auf dieselbe Seite wie im vorigen Beleg beziehen, reicht ein einfaches „Ebd.“.
  • Wenn Sie sich zwar auf dieselbe Quelle, aber eine andere Seite beziehen, schreiben Sie zum Beispiel: „Ebd., S. 45.“.

Ein Kurzbeleg, wie zum Beispiel „Müller 2020, S. 15“, kommt hingegen dann zum Einsatz, wenn Sie dieselbe Quelle zwar erneut zitieren, aber zwischendurch schon eine andere Quelle in einer Fußnote genannt haben.

Gehören wirklich alle Fußnoten-Quellen ins Literaturverzeichnis?

Ja, ausnahmslos. Das ist eine der eisernen Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens. Jede einzelne Quelle, die Sie in einer Fußnote als Beleg anführen, muss zwingend mit einem vollständigen Eintrag im Literaturverzeichnis am Ende Ihrer Arbeit auftauchen.

Das Literaturverzeichnis ist gewissermaßen die Visitenkarte Ihrer Recherche. Es gibt Ihren Lesern die Möglichkeit, Ihre Quellen schnell nachzuschlagen und die Gedankengänge Ihrer Argumentation nachzuvollziehen.

Wie gehe ich am besten mit Sekundärzitaten um?

Ein Sekundärzitat nutzen Sie dann, wenn Sie eine Aussage zitieren, die Sie nicht im Originaltext gelesen haben, sondern die in einer anderen Quelle zitiert wurde. Das sollte aber immer die absolute Ausnahme sein! Versuchen Sie wirklich immer, das Originalwerk in die Hände zu bekommen.

Falls das partout nicht möglich ist, müssen Sie diesen Umweg absolut transparent machen. In der Fußnote nennen Sie zuerst die ursprüngliche Quelle und fügen dann den Hinweis „zitiert nach:“ hinzu, gefolgt von der Quelle, in der Sie das Zitat gefunden haben.

So sieht ein Sekundärzitat in der Praxis aus:
¹ Schmidt 2018, S. 42, zitiert nach: Meier 2021, S. 110.

Ganz wichtig: Im Literaturverzeichnis taucht nur die Quelle auf, die Sie auch wirklich selbst in der Hand hatten – in diesem Fall also das Werk von „Meier 2021“.

Was mache ich bei Quellen ohne Autor oder Datum?

Ab und zu stößt man auf Veröffentlichungen, bei denen wichtige Informationen einfach fehlen. Aber auch dafür gibt es bewährte Lösungen.

  • Kein Autor: Ist kein Verfasser genannt, rückt einfach der Titel der Quelle an die erste Stelle. Manchmal ist auch eine Institution (wie ein Ministerium oder ein Verband) der Herausgeber – dann kann diese als Autor genannt werden.
  • Kein Datum: Fehlt das Erscheinungsjahr, ist das Kürzel „o. J.“ Ihr Freund. Es steht für „ohne Jahr“.

Gerade bei solchen Quellen sollten Sie aber immer ganz genau hinschauen, ob sie den wissenschaftlichen Standards Ihrer Arbeit wirklich genügen.

Die korrekte Anwendung von Fußnoten ist nur eine von mehreren Methoden. Wenn Sie sich auch für andere Stile interessieren, finden Sie in unserem Beitrag über die Harvard Zitierweise zahlreiche Beispiele für Ihre Abschlussarbeit, die Ihnen einen guten Vergleich ermöglichen.


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